AD 02/08: Firmenportrait Ernst Schmitt GmbH (Bellheim)

Ernst Schmitt GmbH produziert Emailwaren in der dritten Generation: 
Email-Schilder: Mehr als ein Lifestyle-Produkt 

Wissen Sie, was ein Email-Schild ist? Keine Ahnung? Und Sie sind gedanklich auch gerade im weltweiten Netz der Bits und Bytes unterwegs? – Weit gefehlt! Denn lange bevor der Erfinder der elektronischen Post überhaupt geboren wurde, gab es bereits die Kunst der Email-Bearbeitung. Oder Emaille, wie eine andere Schreibweise lautet.  

Die Emailschilderfabrik Ernst Schmitt GmbH in Bellheim geht diesem Handwerk bereits seit 1927 nach. Ernst Schmitt, Großvater des heutigen Firmeninhabers Markus Schmitt, gründete in Sondernheim die Fabrik, was sich damals im Kreis Germersheim keinesfalls so exotisch anließ, wie es heute scheint. Denn in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war der Kreis Germersheim die Metropole der Emailschilderherstellung in Deutschland. Sieben Fabriken stellten seinerzeit 80 Prozent der gesamten deutschen Emailschilderproduktion her.  

Heute hat sich sowohl das Produktionsvolumen als auch die Zahl der Unternehmen in Deutschland extrem ausgedünnt. Es gibt nach Schätzung von Markus Schmitt gerade einmal noch zwei Handvoll Emailschilderfabriken in ganz Deutschland. Die meisten von ihnen haben sich mittlerweile spezialisiert. So gibt es zum Beispiel ein Unternehmen, das weitestgehend Schilder für Zapfhähne in Gaststätten herstellt. Schmitt hat sich entgegen dieser Entwicklung als Generalist auf dem Markt behauptet. Er stellt kleinste Hinweis-Täfelchen genauso her, wie lange Pegel-Latten, auf denen der Wasserstand von Rhein und anderen Flüssen abgelesen werden kann. Dazwischen liegt die ganze Bandbreite von Emailschildern. Das reicht von Botschaftsschildern, über die berühmte Persil-Dame bis hin zu Trägern für Thermometern oder Bierwerbung.  
Heute werden Emailschilder oft als ein Lifestyle-Produkt betrachtet. Es gibt mittlerweile günstigere Herstellungsformen für Hausnummern und Straßenschilder. Hinzu kommt, dass es bis heute nicht gelungen ist, reflektierendes Email herzustellen. Da seit den 70er Jahren in Deutschland Verkehrszeichen nach der Straßenverkehrsordnung reflektieren müssen, ist auch daher Email als Werkstoff hierfür ins Hintertreffen geraten. Denn der Verkehrsschildermarkt war für die Emailhersteller wichtig. Allerdings gibt es auch heute noch Verwendungen, die nicht durch andere Stoffe ersetzt werden können: „Email ist säure- und laugenbeständig und hochgradig wärmeunempfindlich. Daher kommt es oft dort zum Einsatz, wo die Umweltbedingungen schwierig sind – auf Ölplattformen oder in Kläranlagen beispielsweise“, erklärt Markus Schmitt.

Dennoch gibt es immer noch nicht wenige Kunden, die auch Wert auf eine Hausnummer aus Email legen. Diese werden dann in Handarbeit angefertigt. Der Aufwand, jede denkbare Hausnummer in den verschiedenen Farben und dann noch mit den Zusätzen wie „a“, „b“ oder „c“ vorzuhalten, ist viel zu groß. Mittlerweile hat sich Markus Schmitt auch an die Nachfrage der Kunden angepasst: „Wir stellen zu zehn bis 15 Prozent Plastikschilder her und bedrucken auf Wunsch auch Gläser und Tassen.“ Der Schwerpunkt liegt jedoch auch weiterhin auf Emailwaren.

 

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Dreimal gebrannt werden Emailprodukte - bei mehr als 800 Grad Celsius für wenige Minuten in einem solchen Ofen. (Foto: PfalzMetall/Speker)

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So sieht Email in flüssiger Form aus. (Foto: PfalzMetall/Speker)

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Viel Handarbeit gibt es auch heute noch in der Emailschilder-Produktion, so wie hier, beim Färben der Träger. (Foto: PfalzMetall/Speker)

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Die berühmte Persil-Dame ist ein Klassiker der Emailschilder. (Foto: PfalzMetall/Speker)

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Firmeninhaber Markus Schmitt mit einem Botschaftsschild aus Email vor dem alten Wasserturm seines Unternehmens in Bellheim. (Foto: PfalzMetall/Speker)

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Firmeninhaber Markus Schmitt mit einem Botschaftsschild aus Email. (Foto: PfalzMetall/Speker)

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©Pfalzmetall, 2008