AD 02/10: Frauen in M+E-Berufen
Frauen in M+E-Berufen:
Frühe Entscheidung
Frauen und technische Berufe finden immer noch schwer zueinander: Gerade einmal zwei von zehn Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sind weiblich. Diese Betrachtung schließt jedoch die kaufmännischen Tätigkeiten mit ein. Blickt man rein auf die Situation bei den gewerblichen M+E-Kräften, liegt der Anteil wohl noch deutlich niedriger.
Die Universitäten bestätigen diesen Trend: Studentinnen der Ingenieurwissenschaften sind immer noch eher die Ausnahme, als die Regel. Während beim Studium insgesamt die Aufteilung nach Männern und Frauen bei jeweils 50 Prozent liegt, sind es in den Ingenieurwissenschaften gerade einmal knapp 22 Prozent Frauen. Der europäische Durchschnittswert liegt bei 27 Prozent. Allerdings holen die Frauen in Deutschland auf: 2008 haben sich – im Vergleich zum Vorjahr – 16,3 Prozent mehr Frauen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium entschieden. Bei den Männern liegt das Plus hingegen bei 12,6 Prozent.
85.000 Ingenieure zu wenig
Der Industrie werden jedoch trotzdem auf ansehbare Zeit Fachkräfte fehlen. Bis 2013 rechnet das Bundesbildungsministerium damit, dass wir in ganz Deutschland 85.000 Ingenieure zu wenig haben werden. Das liegt daran, dass im Moment einfach deutlich mehr Ingenieure in den Ruhestand gehen, als fertig ausgebildete Absolventen von den Universitäten kommen. Bei dem Bemühen, diese Lücke möglichst schnell zu schließen, kommt den Frauen eine besondere Rolle zu, schließlich ist bei ihnen das statistische Potenzial noch besonders groß.
Darum haben auch die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie natürlich ein Interesse daran, das Interesse der Frauen für technische Berufsbilder zu steigern. „Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, bei der Gewinnung neuer Fachkräfte einfach so auf die Hälfte der Bevölkerung zu verzichten“, erklärt Werner Simon, Hauptgeschäftsführer von PfalzMetall. Der Verband hat schon vor einigen Jahren gehandelt und die Stiftung PfalzMetall gegründet. Ausgestattet mit einem Kapitalstock von 10 Millionen Euro kümmert sie sich im Wesentlichen darum, junge Menschen für die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu begeistern.
Familiäre Vorbilder sind wichtig
Nachdem die Situationsbeschreibung so eindeutig ausfällt, bleibt die Frage nach dem „Warum?“: Warum interessieren sich Frauen (scheinbar) weniger für technische Berufe? Grund ist offensichtlich immer noch die gesellschaftliche Prägung. Nichts ist so effektiv, wie ein familiäres Vorbild. Viele Frauen mit technischen Berufen berichten von Vätern oder Brüdern, die ebenfalls einen technischen Beruf ausgeübt haben. Und die Lernforschung weiß mittlerweile, dass sich Kinder etwa bis zum Ende der Grundschulzeit für technische Zusammenhänge begeistern lassen. Oder anders ausgedrückt: Wer mit zehn Jahren noch mit Puppen spielt, aus dem wird dann eher kein Ingenieur mehr…
Link-Tipps:
www.meberufe.info
www.komm-mach-mint.de
www.stiftung-pfalzmetall.de







