Altersteilzeit: Flexibler Übergang in die Rente

Die Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektro-Industrie haben die Rahmenbedingungen des Ausscheidens aus dem Erwerbsleben auf eine völlig neue Grundlage gestellt und die bisherigen Tarifverträge zur Altersteilzeit durch einen einheitlichen Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente (TV FlexÜ) zum 1. Januar 2010 abgelöst.

An Stelle undifferenzierter Frühverrentungsanreize ist ein Tarifwerk getreten, das dem Mentalitätswandel "Mehr Beschäftigung Älterer", "Dem Fachkräftemangel entgegen wirken" Rechnung trägt, ohne dabei die im Einzelfall abweichenden persönlichen Bedürfnisse ("Nicht bis 67 können") und betriebliche Notwendigkeiten zu ignorieren.

Gleichzeitig reagieren die Tarifvertragsparteien auf den Wegfall der Erstattungsleistungen durch die Bundesagentur für Arbeit für Altersteilzeitverhältnisse seit dem 1. Januar 2010 durch Schaffung eines kollektiven Finanzierungsmodells und bieten feste Rahmenbedingungen für eine Nutzung der Altersteilzeit über 2010 bis hin zur Gestaltung einer demografiefesten Personalpolitik.

Wird auf kollektive Umsetzungsmaßnahmen im Wege einer Betriebsvereinbarung verzichtet, eröffnet der TV FlexÜ den Arbeitnehmern zwei Formen von individuellen Ansprüchen auf Altersteilzeit für bis zu 4 % der Beschäftigten eines Betriebes.

Der allgemeine Anspruch auf Altersteilzeit steht allen älteren Beschäftigten zu. Beschäftigte mit einer langjährigen Tätigkeit in Wechsel- oder Nachtschicht oder unter besonderen Umwelteinflüssen haben daneben ggf. einen besonderen Anspruch auf Altersteilzeit. Beide Ansprüche unterscheiden sich hinsichtlich der maximalen Dauer der Altersteilzeit, der Lage unmittelbar vor einem Altersrentenzugang und z. T. der materiellen Ausstattung und werden begrenzt durch eine maximale Gesamtquote von 4 % der Beschäftigten.

Die freiwillige einzelvertragliche Vereinbarung einer Altersteilzeit bleibt immer möglich.

Die Tarifvertragsparteien haben die durchschnittlichen Kosten der Altersteilzeit für die M+E-Unternehmen in Form von Aufstockungsbeträgen, Höherversiche­rungs­beiträgen zur Rentenversicherung und Abfindungen errechnet und mit 0,8 % der betrieblichen Entgeltsumme bewertet. Das Finanzierungsvolumen wird durch den TV FlexÜ zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt. Die wegfallende staatliche Förderung der Aufsto­ckungs­leistungen wurde damit durch einen kollektiven Finanzierungsanteil vollständig ersetzt.

Ansprechpartner

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