Anlagenmechaniker/in

Wir sind freischaffende Künstler - Anlagenmechaniker André Philippi. Bild: PfalzMetall
Wir sind freischaffende Künstler - Anlagenmechaniker André Philippi. Bild: PfalzMetall

"Wir sind freischaffende Künstler", sagt André Philippi (28), wenn er sein Tätigkeitsfeld bei der Siemens Turbomachinery Equipment GmbH in Frankenthal umschreiben soll. Dort baut der gelernte Anlagenmechaniker als Rohrschlosser in der Endmontage Turbinen und Verdichter zusammen.

Für eine große Turbine brauchen er und seine Kollegen rund drei Wochen. Da jedes Aggregat bei Siemens in Frankenthal nach individuellen Kundenwünschen zusammengebaut wird, tauchen in dieser Phase oft Herausforderungen der Konstruktion auf, die im Planungsprozess nicht erfasst werden konnten. Zwar greifen die Konstrukteure auf eine Art Baukastensystem zurück, aber wenn ein Kunde beispielsweise die Temperaturanzeige auf der linken statt auf der rechten Seite der Anlage wünscht, kann das im Einzelfall dazu führen, dass Rohre nicht mehr so verlegt werden können, wie das ursprünglich gedacht war. Hier im Prozess der Endmontage Lösungen zu finden, ist Aufgabe der Anlagenmechaniker. "Irgendwann", so Philippi, "werden wir mit 3D-Zeichnungen arbeiten. Dann werden solche Herausforderungen im Vorfeld erkannt und von den Konstrukteuren gelöst werden." Bis dahin jedoch sind weiterhin auch die kreativen Fähigkeiten der "freischaffenden Künstler" gefragt.

Ausgebildet werden die Anlagenmechaniker jedoch zunächst einmal ganz konventionell. Früher hieß der Beruf "Blechschlosser" und umschrieb etwas plastischer als heute, was die Tätigkeit ausmacht: "Es wird viel geschweißt", berichtet der 28-Jährige. "Fast jeder Anlagenmechaniker kann schweißen, wenn er seine Ausbildung abgeschlossen hat. Daher benötigen sie vor Erwerb des Schweißerscheins in der Regel keine besondere Schulung mehr."

Neben dem WIG-Schweißerschein direkt nach der Ausbildung hat er vor vier Jahren in überwiegend privatem Engagement auf der Schweißerschule in Mannheim den Schweißfachmann "gemacht". Für Philippi ist es wichtig, sich in seinem Spezialgebiet weiter zu entwickeln. Die Möglichkeiten dazu gibt es - der Techniker und auch ein Fachhochschulstudium sind weitere Stufen auf der Karriereleiter von Anlagenmechanikern.

Dabei wusste André Philippi 1999, als er damals noch bei Kühnle, Kopp und Kausch seine Ausbildung begann, so recht gar nicht, worauf er sich einließ: "Ich hatte mich eigentlich als Azubi zum Industriemechaniker beworben und dann eine Zusage als Anlagemechaniker bekommen. Ohne wirklich zu wissen, worauf ich mich da einlasse, habe ich damals zugesagt."
Bei ihm hat es kein böses Erwachen gegeben, denn das Arbeiten mit Blechen - walzen, schneiden, schweißen - macht ihm bis heute Spaß. Vermutlich hätte er sich, wenn er darüber Bescheid gewusst hätte, direkt als Anlagenmechaniker beworben. Darum rät er jungen Menschen, die heute vor der Entscheidung stehen, welchen Ausbildungsberuf sie erlernen wollen, sich umfangreich zu informieren: "Durch einen Zufallstreffer habe ich letztendlich meinen Traumberuf gefunden, aber darauf sollte man sich natürlich nicht verlassen."

Das Berufsbild:

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