Elektroniker/in für Betriebstechnik

"Schon als Kind habe ich gerne getüftelt und Elektrogeräte repariert" - Elektroniker für Betriebstechnik Matthias Graf. Bild: PfalzMetall
"Schon als Kind habe ich gerne getüftelt und Elektrogeräte repariert" - Elektroniker für Betriebstechnik Matthias Graf. Bild: PfalzMetall

Schon als Kind hat Matthias Graf jedes Elektrogerät auseinandergeschraubt, das er unter die Finger bekam. Diese Passion war dann auch bestimmend für seine Berufswahl: Der 24-Jährige hat "Elektroniker für Betriebstechnik" gelernt. Wenn Matthias Graf aus seinem Büro im Opel-Werk Kaiserslautern schaut, sieht er Roboter, die Karosserieteile zusammensetzen und verschweißen. Blau-weiße Schweißfunken blitzen auf, gelegentlich gellt ein Warnton durch die Halle. "Hier werden Vorderrahmen und andere Elemente gefertigt", sagt der 24-Jährige.

Zwei Schichten teilen sich in diesem Bereich die Arbeit. Matthias Graf ist als Betriebsmeister unter anderem für die Qualität und die Personalplanung seiner Schicht verantwortlich. Rund ein Drittel, so schätzt der Opelaner, verbringe er in seinem Büro vor dem PC, zwei Drittel sei er nebenan in der Produktion um mit den Mitarbeitern in der Fertigung Abläufe durchzugehen, Qualitätsthemen zu besprechen oder weil eine Anlage unplanmäßig stillsteht.

Viel Verantwortung für einen 24-Jährigen. Und wie Graf selbst sagt, musste er sich bei seinen vorwiegend älteren Mitarbeitern teilweise erst Respekt verschaffen. "Am Anfang musste ich mir schon ein paar blöde Kommentare anhören", erzählt er, beispielsweise bei einer der Sicherheitsunterweisungen. Der junge Mann bot dem Reinrufer an, nach draußen zu gehen - und anschließend eine Einzelunterweisung zu erhalten. Das saß. "Mittlerweile ist die Akzeptanz gut", so Graf. Vom Fachlichen her ist der Pfälzer für seine Aufgaben gut gerüstet: Dreieinhalb Jahre hat er bei Opel eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik absolviert. Dabei hat er gelernt, Produktions- und Steuerungsanlagen zu installieren, zu warten und zu reparieren (siehe "Das Berufsbild").

Seine Abschlussprüfung hat er in der Instandhaltung des Motorenbaus abgelegt. Teil der Abschlussprüfung ist eine sogenannte "praktische Aufgabe", die bei Graf darin bestand, eine Teileabfrage an einem Montageband neu zu konzipieren. "Die Montage einer Schwungscheibe sollte so eingerichtet werden, dass der Prüfdorn nicht aus Versehen vergessen werden konnte", erzählt er. So programmierte Graf eine Steuerung, die misst, ob das betreffende Werkzeug wieder am Platz ist. Erst dann läuft das Band weiter. Wie das Beispiel zeigt, verlangt der Beruf sehr gute Kenntnisse in Elektrotechnik und in Steuerungssprachen wie SPS. Hinzu kommt logisches Denken. "Man muss sich in eine Maschinen hineinversetzen können." Die Anforderungen an den Ausbildungsberuf sind daher hoch. Matthias Graf hatte seine Mittlere Reife mit einem Durchschnitt von 1,7 abgelegt. "In Mathematik und den Naturwissenschaften war ich immer gut." Der aufgeweckte junge Mann mit den guten Noten konnte sich so letztendlich den Ausbildungsplatz aussuchen. Auch Keiper in Rockenhausen und KSB in Frankenthal hätten ihn gerne genommen.

Den Ausschlag für Opel gaben zwei Faktoren: zum einen die familiäre Bindung. Sein Vater und andere Verwandte arbeiten schon seit Jahrzehnten im Kaiserslauterner Werk. Zum anderen ist es die Faszination am Produkt. Matthias Graf fährt zwei Opel, einen 17 Jahre alten Calibra und ein Opel Astra Cabriolet. "Ich schraube gerne an den Autos herum", sagt er. Handwerkliche Arbeit hat den langen, schmalen Mann schon immer fasziniert. "Schon als Kind habe ich gerne getüftelt und Elektrogeräte repariert", erzählt Graf. Früh sei ihm daher bewusst gewesen, dass er einen technischen Beruf ergreifen werde. "Ein Bürojob hat mich nie fasziniert."

Für seine jetzige Tätigkeit als Betriebsmeister hat er sich nach seiner Ausbildung bei seinem Arbeitgeber Opel weitergebildet. Auf dem Lehrplan des sechsmonatigen Kurses standen Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre und Personalführung. Um in den Kurs zu gelangen, musste Graf ein Assessment Center durchlaufen. Zu dieser Zeit war er in der Instandhaltung tätig. In diesen Bereich war er nach seiner Ausbildung, die er 2008 abschloss, gewechselt.

Seine heutigen Aufgaben als Betriebsmeister umfassen weit mehr als die eines Elektronikers für Betriebselektronik. Die Ausbildung war indes die Grundlage für seine anschließende Entwicklung. Mit seiner Berufswahl ist Matthias Graf daher sehr zufrieden: "Die Ausbildung empfehle ich häufig weiter." Einen Jugendlichen aus dem Nachbarort habe er schon für den "Elektroniker für Betriebstechnik" geworben. Ein weiterer Bekannter habe immerhin ein Praktikum in diesem Beruf absolviert, kommt aber aufgrund einer Rot-Grün-Schwäche für eine Lehre nicht infrage. Immerhin: Auch dieser Bekannter von Matthias Graf will einen Metall- und Elektroberuf ergreifen: Er bewirbt sich jetzt als Industriemechaniker.

Das Berufsbild:

Das Porträt im ferrum-E-Paper