Elektroniker für Geräte und Systeme

"Gerne würde ich in der Forschung und Entwicklung arbeiten." - Stefan Borde, Elektroniker für Geräte und Systeme.
"Gerne würde ich in der Forschung und Entwicklung arbeiten." - Stefan Borde, Elektroniker für Geräte und Systeme.

Stefan Borde arbeitet im Technischen Service Center der Sensus GmbH Ludwigshafen. Dort analysiert der Elektroniker für Geräte und Systeme Wasser- und Wärmezähler sowie Systemtechnik, die Kunden wegen eines Defekts reklamieren.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Ludwigshafen Industriegeschichte geschrieben. Der Unternehmer Friedrich Lux entwickelte einen Wasserzähler, dessen Flügelrad nicht mehr aus Metall, sondern aus Hartgummi bestand. 1891 startete die Serienfertigung. Das Flügelrad ist das "Herz" eines Zählers. Seine Drehzahl verändert sich im gleichen Verhältnis zum durchfließenden Wasser. Ein Zahnradgetriebe überträgt schließlich die Zahl der Umläufe auf ein Zählwerk, das den Durchfluss in Kubikmeter anzeigt. Die Entwicklung machte mit dem Flügelrad aus Hartgummi natürlich nicht halt. Heute gibt es Wasserzähler, bei denen Elektronik das Flügelrad abgelöst hat. Auch Fernauslesungen des Zählerstandes über Funk oder Internet sind heute Standard.

Lux' Unternehmen hat mittlerweile einige Eigentümer- und Namenswechsel hinter sich. Heute gehört der Betrieb zur Sensus-Unternehmensgruppe im US-amerikanischen Raleigh (siehe Kasten). Stefan Borde ist einer von 450 Mitarbeitern in Ludwigshafen. Der Arbeitsplatz des 23-Jährigen ist im Technischen Service Center (TSC). Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört, vom Kunden beanstandete Wasser- und Wärmezähler sowie Komponenten für die Fern- und Funkauslesung zu analysieren. Dazu muss Borde die Schaltpläne des betreffenden Geräts lesen können. Zudem sammelt, dokumentiert und wertet er alle Fehler aus. "Das sind wichtige Rückmeldungen für unsere Produktion sowie den Forschungs- und Entwicklungsbereich", sagt der junge Mann. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Reklamationsprozessen gehen in neue Entwicklungsprojekte ein.

Die Tätigkeit im TSC macht Stefan Borde viel Spaß. Seit drei Jahren ist er dort im Einsatz. Kennengelernt hat er den Bereich während seiner Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme. In diesen dreieinhalb Jahren hat sich Stefan Borde das Wissen angeeignet, das er für seine Tätigkeit benötigt. Elektroniker für Geräte und Systeme kommen in der Fertigung von Komponenten und Geräten zum Einsatz, beispielsweise in der Informations- und Kommunikationstechnik, der Medizintechnik oder - wie im Fall Stefan Bordes - in der Mess- und Prüftechnik (siehe Kasten).

Am Beginn der Ausbildung standen indes mechanische Tätigkeiten im Vordergrund: feilen, sägen, drehen, fräsen. Stefan Borde ist froh, über solide Grundlagen in der Metallbearbeitung zu verfügen. "So müssen wir als Elektroniker nicht ständig einen Mechaniker rufen." Parallel hat er sich mit Elektrotechnik und einfachen Elektroinstallationen beschäftigt. Im ersten Lehrjahr stand unter anderem die Projektarbeit "Hausinstallation" auf dem Lehrplan. Für ein fiktives Gebäude mussten die Elektroinstallationen geplant und auf ein Lochgitterblech montiert werden. "Jeder Azubi war für ein Stockwerk verantwortlich. Aber natürlich mussten wir uns abstimmen. Irgendwann laufen die Leitungen ja zusammen", erzählt er. Im Zentrum des zweiten und dritten Lehrjahrs stand die Elektronik. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der analogen und der digitalen Elektronik. In der analogen Elektronik findet die Informationsverarbeitung mit Bauteilen wie Transistoren und Verstärkern statt. Die digitale Elektronik baut hingegen mehr auf Mikrochips und deren Programmierung. "An Programmiersprachen habe ich Assembler und C++ kennen gelernt", sagt Stefan Borde.

Elektroniker für Geräte und Systeme ist ein anspruchsvoller Ausbildungsberuf. Voraussetzungen sind gute Kenntnisse in Mathematik und Physik - und technisches Verständnis. Stefan Borde wurde die Technikbegeisterung schon in die Wiege gelegt. Sein Vater arbeitet als Elektromeister im gleichen Unternehmen. "Mit zwölf Jahren habe ich begonnen, Spielzeuge auseinanderund wieder zusammenzuschrauben. Und natürlich hatte ich einen Elektronikbaukasten", erzählt der gebürtige Neuhofener. Früh sei ihm daher klar gewesen, dass er sich beruflich mit Elektronik beschäftigen wolle. Zwei Praktika haben ihn so zu einem Energieversorger und einem Schaltanlagenbauer geführt. Die Wahl fiel letztendlich auf Sensus. "Das Unternehmen habe ich durch meinen Vater schon gut gekannt", sagt Stefan Borde.

Ein Jahr nach dem Ende seiner Ausbildung hat er berufsbegleitend eine Weiterbildung zum Elektrotechniker begonnen. Für vier Jahre heißt dies: Montag bis Donnerstag von 17:30 bis 20:00 Uhr die Schulbank drücken. Besonders die Anfangszeit sei schwer gewesen. "Nach einigen Monaten kommt man aber in einen Fluss und findet es normal, nach der Arbeit in die Schule zu gehen", erzählt Borde. Die Ausbildung habe ihm sehr gute Grundlagen für die Technikerschule verschafft. "Es gab bisher kein Thema, über das ich noch nichts wusste", resümiert Borde. Wenn er erst mal den Techniker in der Tasche hat, will er mehr Verantwortung übernehmen. "Gerne würde ich in der Forschung und Entwicklung arbeiten", sagt der Sensus-Mitarbeiter. Den Bereich hat er bereits in der Ausbildung kennen gelernt, genauso wie die Produktion und das TSC. Durch seine jetzige Tätigkeit dort arbeite er zudem schon heute eng mit den Kollegen von der Entwicklungsabteilung zusammen.

Das Berufsbild:

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