Kraftfahrzeugmechatroniker/in

Arbeit an der Seele des Autos - Kraftfahrzeugmechatronikerin Nina Holzer. Bild: PfalzMetall
Arbeit an der Seele des Autos - Kraftfahrzeugmechatronikerin Nina Holzer. Bild: PfalzMetall

Was ihre Spielgewohnheiten angeht, war Nina Holzer nie ein typisches Mädchen. Autos und Legobausteine waren in ihrem Kinderzimmer eher zu finden, als Puppen oder Pferde-Poster. "Ich hab mich schon immer für Fahrzeuge interessiert", erinnert sich die heute 26-Jährige. Je größer, desto besser. Und so waren für sie bei der Berufswahl gleich zwei Dinge klar: Es sollte um Autos gehen und es wäre prima, wenn es im benachbarten LKW-Werk in Wörth klappen würde.

Sie stöberte also in der Bewerbungsmappe von Daimler, in der die verschiedenen Ausbildungsberufe vorgestellt wurden, und entschied sich zielstrebig für das Berufsbild des Kraftfahrzeugmechatronikers: "Dieser Beruf geht an die Seele des Autos - ohne die Arbeit der Kfz-Mechatroniker fährt heute kein modernes Auto mehr", schildert sie die Beweggründe. Als die Zusage von Daimler in Wörth kam war gleichzeitig auch klar: Es sollte die Fachrichtung Nutzfahrzeuge werden.

Die Ausbildung selbst fand sie interessant. Schnell, nach einem halben Jahr, ging es bereits an die Produktion. Themen wie Motormanagement, Bremsen und Netzwerke gehörten nunmehr zu ihrem Alltag. In den ersten beiden Ausbildungsjahren werden die Grundlagen gelegt - die sind für alle Azubis gleich. Erst im dritten Jahr beginnt dann die Spezialisierung in die jeweilige Fachrichtung. Ob sie sich daher zutrauen würde, ihr Auto beispielsweise selbst zu reparieren, wenn mal etwas dran wäre? - "Nein. Wenn man das Layout des Fahrzeugs nicht kennt, lässt man besser die Finger davon. Da sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Lkw-Herstellern bereits zu groß. Da würde ich lieber nicht - schon gar nicht ohne Diagnosegerät - an einen Pkw ran gehen." Das macht deutlich: Die Kraftfahrzeugmechatroniker sind Spezialisten - nicht nur in ihrer Fachrichtung, sondern auch auf dem jeweiligen Gerät, das sie herstellen.

Von 2004 bis 2007 hat Nina Holzer nach Realschule und nachgeholtem Abitur ihre Ausbildung im größten LKW-Werk der Welt absolviert. Seither arbeitet sie in der Cockpit-Vormontage. Entweder sie montiert die Cockpits selber, oder sie prüft die fertigen Armaturenbretter auf Funktionalität und korrekte Parametrierung, wie es im Techniker-Deutsch heißt. Zwischen zehn und 15 Minuten dauert eine Prüfung, bis Holzer entweder den Daumen heben und das Armaturenbrett in den LKW eingebaut werden kann - oder eben nicht. Dann muss sie schauen: Kann sie den Fehler selbst beheben oder ist es doch eine größere Sache?

Der Einsatz in der Cockpit-Vormontage ist abwechslungsreich: Es gibt einen täglichen Wechsel zwischen Montage, Einbau, Verkabelung oder eben Prüfung. Dennoch möchte sich Nina Holzer nicht auf dem Erreichten ausruhen. Sie hat bereits eine Weiterbildung zur geprüften technischen Fachwirtin gemacht, was in etwa vergleichbar mit dem Industriemeister ist. Jetzt wäre der nächste mögliche Schritt einen Ausbilderschein zu machen. Sie findet die Möglichkeiten, die sich aus ihrer Ausbildung ergeben toll: "Man kann sich immer weiter entwickeln, man muss es nur wollen", sagt sie.

Das Berufsbild:


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