Martin Volz bei Mann + Hummel an einer CNC-Drehmaschine. Der Südpfälzer ist gelernter Werkzeugmechaniker.
Martin Volz bei Mann + Hummel an einer CNC-Drehmaschine. Der Südpfälzer ist gelernter Werkzeugmechaniker.

Martin Volz hat eine 3,5-jährige Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolviert. Der Südpfälzer hat in der Lehrwerkstatt von Mann+Hummel viel gelernt. 2013 schloss er seine Ausbildung als Jahrgangsbester ab. Und beruflich hat Martin Volz noch viel vor. Ende des Jahres startet er seine Weiterbildung zum Industriemeister - nebenberuflich, denn seinem Arbeitgeber will er die Treue halten.

Die Ausbildung am Mann+Hummel-Standort Speyer feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Dutzende Lehrlinge haben seither den Beruf des Werkzeugmechanikers bei dem Filtrationsspezialisten mit Sitz in Ludwigsburg erlernt. Mann+Hummel-Mitarbeiter Martin Volz hat seinem Arbeitgeber ein besonderes Geburtstagsgeschenk bereitet. Der junge Mann aus Lustadt im Kreis Germersheim hat im vergangenen Jahr als Jahrgangsbester in Rheinland-Pfalz seine Ausbildung abgeschlossen.

Die Ausbildung sei wie für ihn geschaffen gewesen, erzählt der Abiturient: "Schon sehr früh wusste ich, dass ich in keinem Fall studieren, sondern einen Handwerksberuf erlernen ergreifen wollte. Metallverarbeitung hat mich schon immer interessiert, daher lag der Werkzeugmechaniker nah." Im Zentrum des Berufs steht in der Tat das Bearbeiten von Metallen: Bohren, Fräsen, Drehen, Schleifen, Feilen und Hämmern sind grundlegende Tätigkeiten, die Werkzeugmechaniker täglich ausüben. Denn ohne Metall können sie ihre wichtigsten Aufgabe nicht erfüllen: das Anfertigen von Stanzwerkzeugen, Biegevorrichtungen oder Gieß- und Spritzgussformen für die industrielle Serienproduktion (siehe Kasten).

Von daher stand am Anfang von Martin Volz' Lehre die sogenannte Metallgrundausbildung. Diese hat er - wie die gesamten dreieinhalb Jahre - in der Lehrwerkstatt absolviert. Dort reihen sich direkt vor einer großen Fensterfront eine Werkbank an die andere. Hinzu kommt ein Maschinenpark mit Bohrmaschinen, Drehbänken, und Fräsmaschinen. Die Lehrwerkstatt bei Mann+Hummel liegt räumlich unmittelbar beim Werkzeugbau, sodass die derzeit 13 Nachwuchskräfte immer nah an den tatsächlichen Herausforderungen des Berufs sind. So hat Marin Volz seine Kollegen vom Werkzeugbau schon in der Ausbildung unterstützt. "Die Arbeit war sehr abwechslungsreich", sagt der junge Mann rückblickend.

"Präzision ist wichtig"
Die größte Herausforderung indes sei die Vorbereitung auf die Prüfungen gewesen. So hat er für die Abschlussprüfung gemeinsam mit einem anderen Azubi einen Schraubstock geplant und gebaut (siehe Kasten). Dieser kommt seither in der Lehrwerkstatt zum Einsatz und dient zum Fixieren von Werkstücken. "Dabei kam es sehr auf das präzise Arbeiten an", erklärt Martin Volz. Und das gilt nicht nur für Prüfungen. Maßgenaues Arbeiten ist für Werkzeugmechaniker unverzichtbar. Und auf Präzision kommt es auch bei der Kontrolle, Überprüfung und Dokumentation ihrer Arbeit an. Wie überhaupt der Beruf auch theoretisch-abstrakte Fertigkeiten und Kenntnisse voraussetzt. Vor allem Mathematik ist wichtig.

Gutes Klima, viele Chancen
Die theoretischen Inhalte hat Martin Volz an der Berufsschule in Speyer gelernt, darunter die wichtige Materialkunde. Probleme habe ihm die Theorie keine bereitet. Das verwundert nicht: 2008 hat Martin Volz mit dem Fachabitur das Gymnasium verlassen, anschließend noch ein Jahr die Berufsfachschule besucht. Dort hat er auch den Beruf des Werkzeugmechanikers kennen gelernt. Zu Mann+Hummel kam er über einen Bekannten, der ebenfalls dort arbeitet. Und es zieht ihn auch nach dem Ende seiner Ausbildung nicht weg. "Ich bin hier sehr zufrieden. Das Klima ist gut und die Firma ist so groß, dass sie auch etwas zu bieten hat", sagt Volz. Er könnte sich so vorstellen, für einige Zeit mal in eines der ausländischen Werke zu gehen.

Derzeit arbeitet er im Werkzeugbau an einer CNC-Fräsmaschine. Die Programmierkenntnisse hat er sich in einer Weiterbildung angeeignet. Dabei wird es nicht bleiben. Im November startet Martin Volz an der Abendschule seine 3,5-jährige Ausbildung zum Industriemeister. Dann wir er weniger Zeit haben für seinen Schützenverein. Dort ist Martin Volz ein geschätztes Vereinsmitglied - auch wegen seines guten handwerklichen Geschicks und seiner Fertigkeiten.

Ein Schraubstock aus 20 Einzelteilen

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Das Berufsbild:

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