Zerspanungsmechaniker/in

Es hat mich besonders fasziniert, aus einem blanken Stück Metall ein Werkstück zu erstellen - Zerspanungsmechaniker Matthias Wolf. Bild: PfalzMetall
Es hat mich besonders fasziniert, aus einem blanken Stück Metall ein Werkstück zu erstellen - Zerspanungsmechaniker Matthias Wolf. Bild: PfalzMetall

Es war geradezu schulbuchmäßig, wie sich der damals 17jährige Matthias Wolf auf seine berufliche Zukunft vorbereite. Ein Freund der Familie hatte ihn darauf gebracht einen technischen Beruf zu ergreifen. Industriemechaniker, Mechatroniker oder Zerspanungsmechaniker sollte es sein. Und um sich ganz sicher zu sein, die richtige Entscheidung zu treffen, machte Wolf eine ganze Reihe von Praktika - nicht nur in den unterschiedlichen Berufsbildern sondern auch in verschiedenen Frankenthaler Industrie-Unternehmen.

Die Wahl fiel schließlich auf das Berufsbild des Zerspanungsmechanikers. Bei Kühnle, Kopp und Kausch (KK&K), heute Siemens Turbomachinery Equipment GmbH, begann er 2005 seine Ausbildung. "Es hat mich besonders fasziniert, aus einem blanken Stück Metall ein Werkstück zu erstellen - dem Eisen die Form abzutrotzen", sagt Matthias Wolf. Und die Faszination hat sich bis heute gehalten, wie man an dem Leuchten in seinen Augen erkennt, wenn er von seinem Beruf erzählt.

An die erste Woche in der Ausbildung erinnert er sich noch heute: "Wir haben mit einem Kennlern-Seminar begonnen. Fünf Tage lang stand Teambildung statt technischer Grundlagen auf dem Programm." Das ist eine Besonderheit aus dem Hause KK&K, die sich der Standort auch unter neuer Siemens-Führung beibehalten hat und die den Verantwortlichen immer wieder sehr positive Rückmeldungen beschert.

Mitten im ersten Ausbildungsjahr gab es dann für die Zerspanungs-Azubis noch einen "Handarbeitskurs". Dabei ging es darum, das Handwerk der Industriemechaniker, also Feilen, Bohren und Sägen und zwar ohne Maschinen sondern eben in Handarbeit, kennenzulernen. Dazu haben die Zerspaner dann auch die Ausbildungswerkstatt mit den Industriemechanikern getauscht, denn diese haben währenddessen einen entsprechenden Einblick in die Arbeit der Zerspaner erhalten.

Neben dem Handwerklichen gehört gerade für den Zerspaner aber auch eine gehörige Portion technisches Verständnis dazu: CNC-Programmierschulungen sind nötig, weil die Zerspaner im Berufsalltag nicht nur die Vorgaben der Programmierer ausführen müssen, sondern weil von ihnen erwartet wird, dass sie Programme entsprechend auch anhand der Erfahrungen aus dem Betriebsablauf optimieren können. Da es sich bei den Turbinen, Verdichtern und Ventilatorenteilen, die Siemens in Frankenthal produziert, fast ausschließlich um Einzelstücke handelt, kommt es nicht selten vor, dass zu produzierende Teile erstmalig auf den Karusselldrehmaschinen bearbeitet werden müssen. In diesem Fall kommt dem Zerspanungsmechaniker die Aufgabe zu, den Prozess zu überwachen. "Wir lassen dann die Arbeitsschritte einzeln ausführen und können dann jeweils überprüfen, ob alles nach Plan läuft", erklärt Matthias Wolf. Dabei müssen sie zum Beispiel darauf achten, ob die vorgesehenen Werkzeuge für das zu bearbeitende Material die passenden sind, ob die Schneide-Geometrien passen und unter Umständen Korrekturen vornehmen. Daher müssen sie die CNC-Rechenprozesse nachvollziehen können.

Eine weitere Herausforderung stellt der praktische Umgang mit den großen, schweren und oft unsymmetrischen Teilen dar. "Da fangen die Probleme schon beim Transport des Werkstücks mit dem Kran zur Bearbeitungsmaschine an. Unsymmetrische Teile müssen so befestigt werden, dass sie nicht aus der Halterung kippen können und schließlich auch sicher in der Maschine eingespannt werden", sagt Wolf. Bis zu 2,50 Meter Durchmesser können die Teile groß sein, die Wolf mit seinen Kollegen an der CNC-Maschine bearbeitet.

Neben den grundsätzlichen Fortbildungsmöglichkeiten zum Techniker oder Meister bietet Siemens seinen Mitarbeitern auch die Möglichkeit der internen Schulungen zur Vertiefung des Wissens an. Je mehr unterschiedliche Maschinen die Zerspanungsmechaniker schließlich beherrschen, desto flexibler sind sie für das Unternehmen einsetzbar und - auch das ist nicht unwesentlich - je höher können sie im Gehaltsgefüge eingruppiert werden.

Das Berufsbild: