Preis der Stiftung PfalzMetall 2013


Neustadt/Weinstraße, 20.06.2013. Matthias Eifler und Klaudius Werber haben in diesem Jahr den Preis der Stiftung PfalzMetall erhalten. Sie wurden für ihre überdurchschnittlichen Studienleistungen in Verbindung mit sozialem Engagement geehrt. Die Stiftung vergibt jährlich den Preis an Absolventen der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern in den Fachrichtungen „Maschinenbau und Verfahrenstechnik“ sowie „Elektro- und Informationstechnik“. Der Preis ist je Fachrichtung mit 2.500 Euro dotiert. Verliehen wurde der Preis auf dem PfalzMetall-Tag am 20.06.2013 in Neustadt an der Weinstraße.

Foto: Kai Mehn
Matthias Eifler mit dem Vorsitzenden Johannes Heger

Diplom-Ingenieur Matthias Eifler hat in seiner Abschlussarbeit im Fach Maschinenbau eine „modellbasierte Grundlagenuntersuchung von pneumatischen Abstandssensoren“ vorgenommen. Ein solcher pneumatischer Abstandssensor besteht aus einer Messdüse, die mit Druckluft versorgt wird. Bewegt man die Düse über die Oberfläche eines zu vermessenden Objekts, beispielsweise ein Werkstück in einer Drehbank, so fließt eine bestimmte Menge Luft an dem Werkstück vorbei. Dieser Luftdurchfluss ändert sich, wenn sich der Abstand zwischen Düse und Werkstück verändert. Grund kann zum Beispiel eine Unebenheit auf der Oberfläche oder eine von den Vorgaben abweichende Krümmung sein. Diese Änderung lässt sich messen und die Unebenheit damit bestimmen. Pneumatische Sensoren erreichen dabei Auflösungen im Submikrometerbereich (ca. 1/100 bis 1/1000 zur Dicke eines Menschenhaares). Der Vorteil im Vergleich zu optischen oder berührenden Messverfahren ist, dass die pneumatische Messung auch im rauen Fertigungsprozess eingesetzt werden kann: Metallspäne auf dem zu vermessenden Werkstück werden beispielsweise weggeblasen. Matthias Eifler hat die physikalischen Phänomene dieser Technik mathematisch beschrieben. Von dieser Beschreibung hängt es ab, wie gut pneumatische Testverfahren in der Praxis eingesetzt werden können. So ist die exakte mathematische Durchdringung beispielsweise Voraussetzung für die Entwicklung entsprechender Anwendungssoftware. Dem 23-jährigen ist es in seiner Diplomarbeit mit Hilfe komplexer numerischer Lösungsverfahren und unterschiedlicher physikalischer Modellansätze gelungen ,grundlegende Effekte zu beschreiben und experimentell zu bestätigen. Diese Effekte konnten bisher nur unzureichend erklärt werden.

 

Foto: Kai Mehn
Klaudius Werber mit dem Vorsitzenden Johannes Heger

Der Titel von Klaudius Werbers Diplom-Arbeit lautet „Untersuchung von Fahrerassistenzsystemen zur Fahrer-Zustands- und Absichtserkennung mit Multisensorik“. Der Diplom-Ingenieur im Fach Elektrotechnik ist in seiner Abschlussarbeit der Frage nachgegangen, ob entsprechende Kameratechnik und Software es Fahrerassistenzsystemen ermöglichen können, die Müdigkeit von Fahrern zu erkennen. Dazu wählte der 24-jährige zunächst eine geeignete Kamera aus, die dreidimensionale Bilder erstellen kann. Seine Wahl fiel auf die Microsoft-Kamera „Kinect“, die durch die Xbox360 bekannt ist. Kamera und Software wurden von Werber so eingerichtet, dass sie die Frequenz und Dauer des Lidschlages, die Kopfhaltung sowie die Blickrichtung beobachten und auswerten können. Mit Hilfe von Testpersonen hat der Diplom-Ingenieur die Software auf entsprechende Parameter programmiert, so dass sie in der Lage ist, Anzeichen der Müdigkeit richtig zu erkennen. Werbers Arbeit ergänzt die Forschung im Rahmen einer laufenden Doktorarbeit zu Fahrerassistenzsystemen an seinem Lehrstuhl. Dort wurden bisher der Pulsschlag und das Lenkverhalten (Spurfestigkeit) untersucht, um Rückschlüsse auf die Müdigkeit zu erhalten. Die von Klaudius Werber entwickelte Gesichtsmessung und -auswertung ergänzt diese Ansätze und schafft die Grundlage für Fahrerassistenzsysteme, die beispielweise das Reaktionsverhalten der Fahrer besser einzuschätzen wissen.