Preis der Stiftung PfalzMetall 2014

In diesem Jahr sind Xiaohai Lin und Stephan Weyer für ihre herausragenden Studienleistungen und ihr ehrenamtliches Engagement von der Stiftung PfalzMetall ausgezeichnet worden. Verliehen wurde der Preis auf dem PfalzMetall-Tag am 02.07.2014 in Neustadt an der Weinstraße.

Foto: Matthias Schmitt
Xiaohai Lin

Xiaohai Lin hat in seiner Masterarbeit untersucht, wie Autofahrer mit Hilfe verbesserter Fahrerassistenzsysteme Energie sparen und dabei mindestens gleich schnell ans Ziel gelangen können. Der Ansatz des "Master of Science" für Elektro- und Informationstechnik: Seine für Tablets und Smartphones entwickelte Software berücksichtigt Geodaten aus Navigationssystemen. "Wenn in einem Kilometer eine scharfe Kurve kommt, macht ein starkes Beschleunigen keinen Sinn. Mein System vermeidet dies, indem der Fahrer exakt angezeigt bekommt, wie schnell er am besten in welchem Gang fahren sollte", erklärt der 27-Jährige. Der aus der chinesischen Stadt Fujian stammende Student hat das System bei einer echten Fahrt an der Strecke Kaiserslautern nach Landstuhl getestet, um zu ermitteln, welches Potenzial in seinem System steckt. Bei gleicher Fahrzeit - 18 Minuten - verringere sich der Kraftstoffverbrauch für die 18-Kilometer-Strecke um 14,8 Prozent. Um die Software entwickeln zu können, hat der DAAD-Stipendiat ein Fahrzeugmodell und einen Optimierungsalgorithmus entwickelt.


Der Titel Lins Abschlussarbeit lautet "Modellierungs- und Optimierungsmethoden für verbrauchsorientierte Fahrerassistenzsysteme". "Herr Lin bewies dabei hervorragende analytische Fähigkeiten und ein ausgeprägtes praktisches Gespür", schreibt Professor Daniel Görges in seiner Empfehlung. Die theoretischen und praktischen Ergebnisse der Arbeit bewertet Görges als "exzellent". Daher sei auch geplant, die Arbeit auf einer internationalen Fachkonferenz vorzustellen.

Foto: Matthias Schmitt/LVU
Stephan Weyer

Der Titel von Stephan Weyers Diplomarbeit lautet "Entwicklung eines Konzepts zur mobilen Interaktion mittels Apps in der industriellen Produktion". Der Diplom-Ingenieur im Fach Maschinenbau hat in seiner Abschlussarbeit untersucht, wie Kommunikationstechnologien des Konsumgütermarktes effektiv in der Fertigung eingesetzt werden können. "Smartphones und Tablets mit ihren Apps bereichern unseren Alltag ganz selbstverständlich. Für deren Einsatz in der Industrie habe ich unter anderem eine App entwickelt, die die Instandhaltung von Produktionsanlagen unterstützt", erklärt der 26-Jährige. Zu Beginn des entwickelten Szenarios wird der Instandhalter selbständig über den aktuellen Zustand der Anlage informiert, indem er über die App auf seinem Tablet oder Smartphone einen Hinweis erhält. Der Mitarbeiter wird dann mittels App durch die Instandhaltung gelotst. Die Kommunikation läuft dabei in beide Richtungen. Ist ein Arbeitsgang beendet, informiert die App die Anlage, die sich dadurch dem nächsten Schritt anpasst, beispielsweise indem ein Fräs- oder Bohrkopf in solch eine Position gefahren wird, in der das Personal optimal daran arbeiten kann. "Meine Arbeit schafft die Basis, um auf dem Weg von statischen Produktionsprozessen und hin zu dynamischen Prozessketten eine effiziente Mensch-Maschine-Interaktion mit Smartphones und Tablets zu gewährleisten", erklärt Weyer die Bedeutung seines Ansatzes.

Professor Detlef Zühlke bescheinigt der Arbeit in seiner Empfehlung, dass sie "ein völlig neues Arbeitsumfeld mit hohem Innovationspotenzial" biete. "In Kooperation mit der SmartFactoryKL sowie deren Industriepartnern wurde ein industrienaher, effektiver Einsatz von Apps zur Ansteuerung von Produktionsanlagen prototypisch realisiert."