Preis der Stiftung PfalzMetall 2015

Anika Theis und Valentin Grigorovici sind für ihre herausragenden Studienleistungen und für ihr ehrenamtliches Engagement von der Stiftung PfalzMetall im Jahr 2015 ausgezeichnet worden. Verliehen wurde der Preis auf dem PfalzMetall-Tag am 23.06.2015 in Neustadt an der Weinstraße.

Foto: Matthias Schmitt
Anika Theis

Anika Theis hat in ihrer Diplomarbeit die Strömungsverhältnisse in Pumpen und damit zusammenhängend die Festigkeit der einzelnen Bauteile untersucht. Aufgrund dieser Kombination unterschiedlicher Fragestellungen schätzt Professor Martin Böhle vom Lehrstuhl für Strömungsmechanik und Strömungsmaschinen die Arbeit als "sehr schwierig" ein. Zum Vorhaben im Einzelnen: Zuerst hat die gebürtige Heidelbergerin Strömungsverhältnisse der Pumpe mit Wasser simuliert. Hier hat die 27-Jährige Neuland betreten, da bisher erst Luftversuche vorlagen. Dafür hat sie den Meridianschnitt (= Schnitt entlang der Rotationsachse der Pumpe) und die Schaufelstärke verändert und deren Einfluss "numerisch", also näherungsmäßig untersucht. Diese Ermittlung ist mathematisch nur auf diesem Wege möglich, da eine Gleichung zu viele Unbekannte aufweisen würde. Theis hat so bestätigt, dass die untersuchten Dicken des Schaufelrads den Belastungen Stand halten. Des Weiteren ging die Diplom-Maschinenbauingenieurin der Frage nach, ob die Ergebnisse einer schon vorhandenen Luft-Simulation auf Wasser übertragbar sind. Weitere Fragen waren, welche Auswirkungen eine Veränderung des Meridianschnitts und der Schaufeldicke auf das Strömungsverhalten haben. Der Titel Theis‘ Diplom-Arbeit lautet "Numerische Strömungssimulation und Festigkeitsberechnung einer axial abströmenden Kreiselpumpenstufe mit minimalem Durchmesser".

Valentin Grigorovici erhielt den Preis der Stiftung PfalzMetall für seine Master-Arbeit "Accessing Big Data on FPGAs: Finding Missing Links in Complex Networking". Die "Missing Links" beziehen sich dabei auf Online-Empfehlungssysteme wie sie von Facebook oder Amazon bekannt sind. "Gute Empfehlungssysteme zu entwickeln ist eine Herausforderung und beinhaltet das Analysieren von komplexen und enorm großen Graphen", schreibt Professor Norbert Wehn vom Lehrstuhl Entwurf Mikroelektronischer Systeme in seiner Empfehlung. Grigorovici hat in seiner Masterarbeit dazu eine Spezialarchitektur entwickelt, in der ein kompletter Algorithmus inklusive aller laufzeitkritischer Aspekte nachgebildet wird. Zudem hat der gebürtige Rumäne verschiedene Methoden zur Flexibilitätserhöhung innerhalb der Architektur implementiert, ihre Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit untersucht und miteinander verglichen. Zusätzlich hat der Master of Science für Eingebettete Systeme ein Architekturkonzept zur "Field Programmable Gate Array"-Implementierung erarbeitet. FPGA bezeichnet in der Digitaltechnik einen integrierten Schaltkreis, in den eine logische Schaltung programmiert werden kann. Aus der Arbeit ist mittlerweile ein Patentantrag hervorgegangen.