28.04.2016

3. Tarifverhandlung in M+E Mitte: „Tarifrunde darf kein ,weiter so‘ werden“

Die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft M+E Mitte haben heute in der dritten Tarifverhandlung für die 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland ein Alternativ-Angebot zu dem vor zwei Wochen vorgelegt. Danach sollen die Einkommen ab dem 1. April 2016 in zwei Stufen mit einem Gesamtvolumen von 2,1 Prozent erhöht werden. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Darüber hinaus werden 0,3 Prozent als einmalige Wettbewerbskomponente angeboten, um die Arbeitskosten der Unternehmen nicht dauerhaft zusätzlich zu erhöhen.

"Die leichte Erhöhung im Vergleich zu unserem vorherigen Angebot lässt sich mit der längeren Laufzeit rechtfertigen. Ein Abschluss für 24 Monate bedeutet für unsere Unternehmen mehr Planungssicherheit", sagte PfalzMetall-Präsident Johannes Heger. Das neue Angebot ändere aber nichts an den nach wie vor unveränderten Rahmenbedingungen: "Die Inflation wird 2016 gerade mal 0,3 Prozent erreichen. Beim allgemeinen Produktivitätsfortschritt dürften wir bei einem Plus von nur 0,6 Prozent landen. Das sind jeweils historische Tiefs", so Heger. Er betonte, dass das Angebot den Verteilungsspielraum voll ausschöpfe und die Reallöhne sichere. "Was die Gewerkschaft nicht erwarten kann: Dass wir wie sie die wirtschaftliche Realität ausblenden und anfangen, mit niemals erreichbaren Zielwerten zu arbeiten", sagte der PfalzMetall-Präsident mit Blick auf die von der IG Metall angeführte "Zielinflationsrate" der EZB.

Heger erinnerte daran, dass die Entgelte in der M+E-Industrie seit der Wirtschafskrise um 20 Prozent, die Produktivität indes nur um zwei Prozent gestiegen seien. "Die Tarifrunde 2016 darf kein ,weiter so' werden. Falls nicht, werden massiv Arbeitsplätze ins Ausland abwandern."