11.02.2015

3. Tarifverhandlung ohne Ergebnis

Verhandlungsführer Dr. Brunn „Wir würden gerne über unser Angebot verhandeln, aber nicht auf der Straße.“

Nach der dritten Tarifverhandlung für die 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland trennten sich Arbeitgeber und IG Metall Mitte ohne Ergebnis. Der Verhandlungsführer von M+E MITTE, Dr. Thomas Brunn, zeigte sich enttäuscht: "Unser Angebot steht, es ist gut und es kommt entgegen. Wir erwarten, dass die IG Metall jetzt endlich darauf eingeht und sich auch auf uns zubewegt. Wir sind an einem raschen Abschluss der Verhandlungen interessiert. Aber jetzt ist die IG Metall gefordert, konstruktiv über Lösungen zu verhandeln, statt nur nach Nachbesserungen zu rufen und sich auf Warnstreikaktivitäten zu versteifen. Wir brauchen einen mittelstands­freundlichen Abschluss, der die Wettbewerbsfähigkeit unserer M+E- Unternehmen erhält und alle mitnimmt. Es geht schließlich um 400.000 Arbeitsplätze."

Brunn betonte, dass die Arbeitgeber mit ihrem Angebot auf alle drei Forderungen der IG Metall eingegangen sind. "Unser Angebot ist fair und verantwortungsvoll. Es ist der wirt­schaftlichen Lage und den strukturellen Herausforderungen der M+E Industrie angemessen", machte der Verhandlungsführer klar und erläuterte: "Durch die zweite Stufe der letzten Tarif­erhöhung, die im Mai 2014 griff, ergibt sich für die M+E Beschäftigten mit der von uns ange­botenen Entgelterhöhung von 2,2 Prozent 2015 eine Lohnsteigerung von 2,53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist erneut ein deutliches Reallohnplus. Auch auf die quali­ta­tiven Forderungen sind wir eingegangen: Beschäftigte, die nicht mehr arbeiten können, sollen auch künftig einen Anspruch auf Altersteilzeit haben. Die in der Praxis darüber hinaus bewährten betrieblichen Lösungen wollen wir beibehalten. Außerdem bieten wir an, die bisherige gute tarifliche Basis für Bildung, die im Tarifvertrag Qualifizierung bestanden und von der IG Metall gekündigt wurden, wieder herzustellen. Jetzt ist die IG Metall am Zug."

"Unsere Wettbewerbsfähigkeit verdanken wir vor allem unseren hervorragend qualifizierten Mitarbeitern. Die gezielte Weiterbildung funktio­niert in den Unternehmen. Wir werden aber kein Programm unterschreiben, das es allein den Mitarbeitern überlässt, wie sie sich auf Kosten des Arbeitgebers weiterbilden. Wir erwarten Eigenmotivation und Eigenleistung. Für die An- und Ungelernten ergibt die gezielte Unterstützung aus unserer Sicht weit mehr Sinn, als nach dem Prinzip Gießkanne Weiterbildung zu fördern, die hinterher im Betrieb nicht gebraucht wird", sagte Brunn. Dort, wo auch ein betrieblicher Nutzen der gewünschten persönlichen Weiterbil­dung erkennbar sei, würden die Betriebe schon heute auf freiwilliger Basis mit zeitlichen und finanziellen Ressourcen entgegenkommen.