19.03.2013

Arbeitgeber weisen Forderung als überzogen zurück

„Eine Entgeltforderung von 5,5 Prozent passt nicht zur wirtschaftlichen Lage in der Metall- und Elektroindustrie“, sagte M+E Mitte-Verhandlungsführer Dr. Eduard Kulenkamp beim heutigen Auftakt der Tarifverhandlungen mit der IG Metall in Darmstadt.

M+E-Mitte-Verhandlungsführer Dr. Eduard Kulenkamp im Interview mit einer Journalistin. Foto: IW Medien

Darmstadt, 19.03.2013. "Eine Entgeltforderung von 5,5 Prozent passt nicht zur wirtschaftlichen Lage in der Metall- und Elektroindustrie", sagte M+E Mitte-Verhandlungsführer Dr. Eduard Kulenkamp beim heutigen Auftakt der Tarifverhandlungen mit der IG Metall in Darmstadt. "Die M+E-Produktion ist 2012 geschrumpft und wird im laufenden Jahr kaum über ein Wachstum von 0,5 Prozent hinauskommen. Auch findet seit einigen Monaten kein Beschäftigungsaufbau mehr statt. Unter solchen Umständen kann man nicht 5,5 Prozent verteilen. Das ist völlig überzogen."

Der Verhandlungsführer widersprach zudem der Forderungsbegründung der IG Metall, die mit der deutlichen Erhöhung auch einen Beitrag zur Stärkung der Binnennachfrage leisten wolle. "Es ist eine altbekannte Milchmädchenrechnung, dass man über hohe Lohnabschlüsse die Konjunktur beleben könne. Nur Beschäftigungsaufbau ermöglicht einen Nachfrageschub. Voraussetzung dafür ist eine maßvolle Lohnsteigerung zum Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit." Kulenkamp erinnerte daran, dass die M+E-Industrie immer faire und verlässliche Lösungen für ihre Mitarbeiter gefunden habe.

Die IG Metall wisse auch selbst ganz genau, dass die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Betrieben, Regionen und Branchen völlig unterschiedlich sei. "Der Abschluss muss für alle verkraftbar sein", so Kulenkamp. Es sei daher alles zu begrüßen, was den Unternehmen zusätzliche Luft verschaffe. "Das funktioniert am besten, wenn wir flexible Stellschrauben einbauen", so der Verhandlungsführer abschließend.

Eine Annäherung der Standpunkte beider Seiten konnte in der ersten Runde nicht erreicht werden. Die Verhandlungen wurden deshalb auf den 22. April 2013 vertagt.