20.06.2013

Heger auf dem PfalzMetall-Tag 2013: „Schlüsselindustrie, Wohlstandsgarant und Ideenschmiede“

Auf dem Pfalz-Metall-Tag 2013 betonte Johannes Heger die Bedeutung der Metall- und Elektroindustrie (M+E). "Wir sind Deutschlands Schlüsselindustrie, Wohlstandsgarant und Ideenschmiede", sagte der neu gewählte Präsident des Verbandes der Pfälzischen Metall- und Elektroindustrie (PfalzMetall) vor rund 300 Gästen.

Bild: PfalzMetall

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Bundesweit beschäftigt die M+E-Branche 3,7 Millionen Mitarbeiter und bildet 200.000 junge Menschen aus. "Wir sind daher auch Ausbildungsbank und Beschäftigungsmotor", so Heger. Seit der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 haben die M+E-Unternehmen 268.000 neue Mitarbeiter eingestellt. "Unser Arbeitsmarkt ist in guter Verfassung", resümierte der PfalzMetall-Präsident. Das gelte nicht nur für die Branche, sondern auch für Deutschland insgesamt, so Heger mit Verweis auf 1,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Normalarbeitsverhältnisse, die von 2006 bis 2011 neu entstanden sind.

Heger appellierte an die Politik, die Tarifeinheit im Betrieb gesetzlich zu regeln. Das Bundesarbeitsgericht hat vor einigen Jahren die Tarifeinheit gekippt. "Die Folgen können wir alle erleben. Seither blühen Spartengewerkschaften auf, die die egoistischen Einzelinteressen hoch spezialisierter Berufsgruppen verfolgen. Das sind mal Lokführer, mal Vorfeldmitarbeiter an Flughäfen", kritisierte Heger.

Ausführlich würdigte der neu gewählte PfalzMetall-Präsident seinen Vorgänger, Dr. Eduard Kulenkamp. Der 68-Jährige stand elf Jahre an der Spitze des Verbandes. Aufgrund seines Alters hat sich Kulenkamp entschlossen, sich nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Heger betonte in seiner Dankesrede, welch großen Respekt sein Vorgänger bei Unternehmern und in den Verbänden genieße. Dies zeige sich auch in seiner Funktion als Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft M+E-Mitte. Sie handelt für über 400.000 Beschäftigten der M+E-Industrie in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland Tarifverträge aus. Heger erinnerte aber auch an den regen Austausch, den Kulenkamp mit der Politik pflegt. "Das fällt ihm leicht, denn er ist ein geschätzter Ansprechpartner. Auf unvergleichliche Weise vereint er ein hohes Maß an Kompetenz mit Verbindlichkeit, Freundlichkeit - und geistvollem Witz!", so Heger

Als Meilensteine Kulenkamps Amtszeit bezeichnete der neue PfalzMetall-Präsident die Flexibilisierung der Tarifwelt, das Entgeltrahmenabkommen, den Schulterschluss mit den Gewerkschaften in der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die Gründung der Stiftung PfalzMetall. Die mit zehn Millionen Euro Kapital ausgestattete Einrichtung zählt zu den größten privaten Stiftungen in Rheinland-Pfalz. Sie widmet sich den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur sowie Jugend- und Altenhilfe. Kernaufgabe ist es, die MINT-Begeisterung - das sind die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - zu wecken und zu erhalten, um den Mitgliedsunternehmen qualifizierten Nachwuchs zu verschaffen.

Kulenkamp erinnerte in seiner Rede an den Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2002. Die damalige Bundesregierung hatte mit der Agenda 2010 und Steuererleichterungen wichtige Weichen neu gestellt. "Diesen Reformen haben wir es zu verdanken, dass so viele Menschen wie noch nie in Arbeit sind und die Steuereinnahmen von Rekord zu Rekord eilen", sagte der scheidende PfalzMetall-Präsident. Umso verwunderlicher sei es, dass weite Teile der Politik die Arbeitsmarktreformen zurückdrehen wollen. "Im Zuge einer diffusen Gerechtigkeitsdebatte planen SPD und Grüne zudem auch noch Steuererhöhungen auf breiter Front." Beides gefährde die derzeit noch gute Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

In diesem Zusammenhang warnte Kulenkamp vor einem Zerfall der Währungsunion. "Hierbei helfen uns nur pragmatische Lösungen." Der Ehrenpräsident von Pfalzmetall ging auch auf die Rolle von Verbänden ein. Diese seien "Garant für Pragmatismus" und ein unerlässlicher Sparringpartner der Politik. "Wir sind keine Lobbyisten, sondern Vertreter legitimer Interessen", so Kulenkamp. Erst das Zusammenspiel der verschiedenen Interessengruppen ermögliche eine transparente und demokratische Willensbildung.

Weitere Redner des PfalzMetall-Tages waren Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der Bezirksleiter Mitte der IG Metall, Armin Schild, sowie der Präsident von Gesamtmetall, Dr. Rainer Dulger.

Ein weiterer Programmpunkt war die Vergabe des Preises der Stiftung PfalzMetall. Für ihre Diplomarbeiten an der Technischen Universität Kaiserslautern erhielten Matthias Eifler und Klaudius Werber jeweils 2500 Euro.