28.01.2015

M+E MITTE bietet 2,2 % mehr Entgelt, Regelungen zu Altersteilzeit und Weiterbildung

Bei der zweiten Tarifverhandlung für die 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben die Arbeitgeber der IG Metall im Tarifbezirk Mitte ein Angebot unterbreitet. Es sieht eine Erhöhung der Entgelte um 2,2 Prozent zum 1. März 2015 vor, eine Neujustierung der tariflichen Altersteilzeit sowie gemeinsame Bemühungen zur Weiterbildung von An- und Ungelernten.

"Dieser Vorschlag ist fair für alle: Fair für die Beschäftigten, weil er ihnen erneut ein deutliches reales Plus im Geldbeutel beschert. Und er ist fair für die Betriebe, weil er ihre wirtschaftliche Lage berücksichtigt und ihnen eine Perspektive für die Zukunft bietet. Natürlich werden wir jetzt wieder die geplanten Warnstreiks über uns ergehen lassen müssen. Aber nur Verhandeln, nicht Säbelrasseln führt zu Lösungen", sagte Dr. Thomas Brunn, der Verhandlungsführer für M+E MITTE, am Mittwoch in Kaiserslautern.

Brunn betonte, dass die Beschäftigten in der M+E-Industrie in diesem Jahr bereits durch die letzte, gerade einmal acht Monate zurückliegende Tariferhöhung im Mai 2014 profitieren. Sie erhalten dadurch in den ersten vier Monaten dieses Jahres jeweils 2,2 Prozent mehr als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres. "Dieses Geld haben sie tatsächlich schon in der Tasche, das Gesamtplus für das Kalenderjahr beträgt also mit unserem Angebot 2,53 Prozent. Angesichts der aktuell sehr niedrigen Inflation werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit wie in den Vorjahren von einem deutlichen Nettozuwachs profitieren." Eine stärkere Anhebung der Entgelte halten die Metallarbeitgeber angesichts des aktuellen Konjunkturverlaufs und der Entwicklung der vergangenen Jahre für nicht angemessen. Während Produktion und Produktivität nach wie vor auf dem Vorkrisenniveau von 2007 verharrten, seien seitdem nicht nur die Löhne, sondern auch die Lohnstückkosten kräftig gestiegen, sagte Brunn.

Bei der Altersteilzeit schlägt M+E MITTE eine grundsätzliche Wiedereinsetzung des TV FlexÜ (Tarifvertrags zum flexiblen Übergang in die Rente) vor, allerdings mit angepassten Regelungen. Für den Kreis der besonders belasteten Beschäftigten soll es weiterhin einen Anspruch auf Altersteilzeit bis zu einer Quote von 2 Prozent der Belegschaft geben. Auf eine Kofinanzierung durch die Beschäftigten wird verzichtet. Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen soll es keinen Anspruch mehr für Beschäftigte geben, die länger arbeiten könnten, aber nicht mehr wollen. Auf freiwilliger Basis soll Altersteilzeit auch künftig möglich sein.

"Unsere Wettbewerbsfähigkeit verdanken wir vor allem unseren hervorragend qualifizierten Mitarbeitern. Das belegt doch, dass auch die gezielte Weiterbildung in den Unternehmen funktioniert. Wir werden aber kein Programm unterschreiben, das es allein den Mitarbeitern überlässt, wie sie sich auf Kosten des Arbeitgebers weiterbilden", sagte Brunn. Für die Arbeitgeber komme eine finanzielle Förderung von Weiterbildung, für die es aus Sicht der Betriebe keinen Bedarf gibt, weiterhin nicht in Frage. Dort, wo auch ein betrieblicher Nutzen der gewünschten persönlichen Weiterbildung erkennbar sei, würden die Betriebe schon heute auf freiwilliger Basis mit zeitlichen und finanziellen Ressourcen entgegenkommen.

Darüber hinaus schlagen die Metallarbeitgeber gemeinsame Bemühungen der Sozialpartner vor, wie die beruflichen Perspektiven von An- und Ungelernten durch intensivere Weiterbildung verbessert werden kann. Denkbar sei eine intensivere Aufklärung und Beratung der Betriebe über Angebote zur Nach- und Teilqualifizierung sowie über finanzielle Fördermöglichkeiten. "Die gezielte Unterstützung von An- und Ungelernten ergibt aus unserer Sicht weit mehr Sinn, als nach dem Prinzip Gießkanne Weiterbildung zu fördern, die hinterher im Betrieb nicht gebraucht wird", sagte Brunn.