26.10.2017

Zum Beschluss des IG Metall-Vorstands: „Forderungen aus dem Wolkenkuckucksheim“

Der IG Metall-Vorstand hat heute seine Forderungen für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie beschlossen. Neben einer Entgelterhöhung von sechs Prozent sehen sie eine Arbeitszeitverkürzung mit teilweisem Lohnausgleich vor. Der Verband der Pfälzischen Metall- und Elektroindustrie (PfalzMetall) kritisiert die Forderungen scharf.

"Diese Forderungen sind unerfüllbar. Damit lockt die IG Metall ihre Mitglieder in ein Wolkenkuckucksheim, aus dem sie nur schwer wieder herausfinden werden", kritisiert Johannes Heger. Der PfalzMetall-Präsident bezeichnet die Entgeltforderung von sechs Prozent als "daneben". "Die Tarifsteigerungen seit 2012 addieren sich auf 20 Prozent. In der gleichen Zeit ist unsere Produktivität nur um ein Prozent gestiegen. Diese Lücke darf nicht noch großer werden, wenn wir die Arbeitsplätze am Standort halten wollen", mahnt Heger.

Auf kein Verständnis trifft zudem die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 28 Stunden für die Dauer von bis zu zwei Jahren. "Mit dieser Forderung läuft die IG Metall komplett in die falsche Richtung, da deren Umsetzung den Fachkräftemangel enorm verschärften würde", sagt der PfalzMetall-Präsident. Zudem sei der Bedarf nicht erkennbar, da selbst die Umfrage der IG Metall ergeben habe, dass 70 Prozent der Beschäftigten mit ihrer Arbeitszeit zufrieden seien.

Der geforderte teilweise Entgeltausgleich bei Verkürzung der Arbeitszeit sei nicht vermittelbar. "Das gilt in jedem Fall für die Unternehmen, aber selbst für viele Beschäftigte. Sie verstehen nicht, weshalb ihre Kollegen für die gleiche Arbeit dann einen höheren Stundenlohn erhalten", kritisiert Heger. "Unsere Mitglieder wollen Zukunft statt zu teuer. Wenn wir diese Weichenstellung nicht ordentlich hinbekommen, werden viele Unternehmen den Tarif verlassen", warnt der PfalzMetall-Präsident abschließend.