10.10.2017

Johannes Heger zur Forderungsempfehlung des IG-Metall-Vorstands: „Ausdruck von Realitätsverweigerung“

Die Forderungsempfehlung des IG Metall-Vorstands nach einer Entgelterhöhung von sechs Prozent steht nach Meinung von PfalzMetall einer Lösung im Wege. "Die Forderungsempfehlung erschwert die ohnehin schon komplizierte Kompromissfindung. Die IG Metall schürt Erwartungen, die sich nicht erfüllen lassen werden", sagt Johannes Heger.

PfalzMetall-Präsident Johannes Heger. Bild: PfalzMetall

PfalzMetall-Präsident Johannes Heger. Bild: PfalzMetall

 Der PfalzMetall-Präsident erinnert daran, dass die Metall- und Elektroindustrie vor gewaltigen Herausforderungen stehe: Die Digitalisierung, neue Antriebstechnologien und der demografische Wandel verlange von den Unternehmen kräftige Investitionen. "Die Tariferhöhungen der vergangenen fünf Jahre addieren sich indes auf nahezu 20 Prozent. Diese Entwicklung lässt sich so nicht verlängern, ohne die Zukunft des Standorts zu verspielen", warnt der PfalzMetall-Präsident.

Auch den Arbeitszeitvorstellungen der IG Metall erteilt Heger eine Absage. "Die 28-Stunden-Woche würde den Fachkräftemangel erst recht verschärfen. Zudem verkennt die Gewerkschaft, dass die Betriebe für die Arbeitszeitwünsche ihrer Beschäftigten viel Verständnis aufbringen und schon heute individuelle Lösungen finden". Dabei gelte aber: "Die anfallende Arbeit muss erledigt werden. Wer mit der Brechstange versucht, die Arbeitszeit um einen Tag in der Woche zu verkürzen, befördert Produktionsverlagerungen ins Ausland", kritisiert der PfalzMetall-Präsident.

"Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie wollen die Zukunft gestalten. Was sie nicht wollen: zu teuer werden und ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren", sagt Heger. Die Gewerkschaft müsse sich fragen lassen, ob sie die Realität in den Unternehmen und den Zustand des Standorts eigentlich noch richtig erfasse. "Die heutige Forderungsempfehlung ist in jedem Fall kein Ausdruck von Realitätssinn, sondern vielmehr von Realitätsverweigerung", so der PfalzMetall-Präsident abschließend.