15.04.2016

Zweite Tarifverhandlung in M+E Mitte: "Lücke zwischen Lohnkosten und Produktivität schließen"

Die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft M+E Mitte haben heute in der zweiten Tarifverhandlung in Darmstadt für die 400.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland ein Angebot vorgelegt. Danach sollen die Einkommen ab dem 1. April 2016 in einem Gesamtvolumen von 1,2 Prozent erhöht werden. Daraus sollen 0,9 Prozent als dauerhaft wirkendes Element in die Entgelttabellen eingehen. Darüber hinaus werden 0,3 Prozent als Einmalzahlung angeboten. Das Angebot gilt für eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Der Verhandlungsführer für die Pfalz, Johannes Heger, wertete das Angebot als "gut begründet und angemessen". Seit der Weltwirtschaftskrise seien die Lohnkosten um 20 Prozent geklettert, die Produktivität indes um lediglich zwei Prozent gestiegen. "Tarifverträge sind Wechsel auf die Zukunft. Unsere letzten Abschlüsse haben sich im Nachhinein als zu hoch herausgestellt", so Heger. Daher gelte es nun, die Lücke zwischen Lohnkosten und Produktivitätsfortschritt wieder ein Stück weit zu schließen. "Andernfalls gerät unser Standort oder die Akzeptanz unseres Flächentarifvertrags bei den Firmen in die Schieflage", warnte PfalzMetall-Präsident Heger.

Das Angebot schöpfe im Übrigen selbst nach IG-Metall-Definition den Verteilungsspielraum komplett aus. Die Entgelterhöhung von 0,9 Prozent decke sowohl den gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachs von 0,6 Prozent als auch die Teuerungsrate von 0,3 Prozent vollständig ab. "Damit sichern wir unseren Mitarbeitern einen Reallohnzuwachs. Dazu kommt dann noch die Einmalzahlung von 0,3 Prozent", so Johannes Heger.Die nächste Tarifverhandlung der Mittelgruppe ist für den 28. April angesetzt.