Tarifabschluss 2012

Die Verhandlungen für die 420.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland (M+E Mitte) und in Thüringen sind erfolgreich zu Ende gegangen. Die Tarifgemeinschaft M+E-Mitte hat sich mit der IG Metall auf eine Entgelterhöhung von 4,3 Prozent rückwirkend ab 1. Mai verständigt. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 13 Monate.

"Der Abschluss bedeutet für unsere Beschäftigten ein deutliches Reallohnplus und beteiligt sie an der insgesamt positiven Entwicklung in der Metall- und Elektroindustrie", kommentierte Dr. Eduard Kulenkamp das Ergebnis. Der Verhandlungsführer von M+E-Mitte wies gleichzeitig darauf hin, dass die Entgelterhöhung für manche Unternehmen an die Schmerzgrenze gehe.

Faire Kompromisse seien auch bei den Themen Übernahme von Ausgebildeten und Zeitarbeit erzielt worden. "Für den Nachwuchs in der M+E-Industrie bringt der Abschluss mehr Sicherheit, ohne dass dabei die unternehmerische Freiheit eingeschränkt wurde", so Kulenkamp. Erfolgreich Ausgebildete erhalten grundsätzlich ein unbefristetes Übernahmeangebot, sofern entsprechender Personalbedarf vorhanden ist. Über diesen Bedarf entscheidet allein der Arbeitgeber. Für benachteiligte Jugendliche wurden Eckpunkte für spezielle Fördermodelle vereinbart. Damit solle ausbildungsschwachen Jugendlichen Wege in die anspruchsvollen M+E-Berufe bereitet werden. "Damit stärken wir das Fachkräftepotenzial für unsere Unternehmen", sagte Kulenkamp.

Für die Zeitarbeit wurde ein Weg zur Befriedung gefunden: Ob und wie ein Betrieb Zeitarbeiter einsetzt, kann er wie bisher selbst entscheiden. Sollen Zeitarbeiter aber länger als 24 Monate beschäftigt werden, muss ihnen ein Übernahmeangebot gemacht werden. "Diese Regelung sichert unseren Betrieben die notwendige Flexibilität. Gleichzeitig eröffnet sie Zeitarbeiternehmern neue Chancen. Unser Abschluss trägt so auch dazu bei, die politische und gesellschaftliche Diskussion um Zeitarbeit zu beruhigen", so Kulenkamp abschließend.