PfalzMetall-Tag 2011


Der PfalzMetall-Tag 2011 fand am 9. Juni 2011 im Saalbau in Neustadt an der Weinstraße statt. Hauptredner war der Vorstandsvorsitzende der SCHOTT Solar AG und Mitglied der SCHOTT-Konzernleitung, Dr. Martin Heming. Er sprach zum Thema "Sichere Stromversorgung ohne Atomstrom?".



PfalzMetall-Präsident Dr. Eduard Kulenkamp: „Es geht uns gut!“

"Die wirtschaftliche Lage der Metall- und Elektroindustrie ist insgesamt gut. Sie wird in diesem Jahr voraussichtlich wieder das Vorkrisen-Niveau aus dem Jahre 2008 erreichen", sagte PfalzMetall-Präsident Dr. Eduard Kulenkamp jetzt beim PfalzMetall-Tag 2011 in Neustadt an der Weinstraße. Manche Unternehmen stünden bereits sogar besser da, als vor drei Jahren, andere befänden sich noch im Aufholprozess: "Während beispielsweise der Fahrzeugbau in Rheinland-Pfalz 2010 ein Umsatz-Plus von 23,1 Prozent verzeichnen konnte, liegt dieser Wert für den Maschinenbau bei 6,6 Prozent".

Die PfalzMetall-Verbandsumfrage bestätigt die Statistik: Die aktuelle Geschäftslage wird von 55 Prozent der Befragten als "gut" bezeichnet. Für 35 Prozent ist sie immer noch "befriedigend". Das wird nach Ansicht der Verbandsmitglieder auch so bleiben (55 Prozent) oder noch besser werden (35 Prozent). 75 Prozent der Befragten melden einen gestiegenen Gesamtumsatz seit der Krise, 14 Prozent verzeichnen noch keine Änderungen und bei elf Prozent ist der Umsatz im Vergleich zur Krise weiter zurückgegangen.

Diese insgesamt positive Entwicklung, so Dr. Kulenkamp, sei nur durch einen engen Schulterschluss zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik möglich geworden: "Das war Teamwork im besten Sinne. Diese Art der fairen Zusammenarbeit um der Sache willen sollten wir uns auch nach der Krise bewahren." Er sei besonders stolz darauf, dass es trotz teilweise dramatischer Rückgänge im Auftragseingang und in den Umsätzen insgesamt gelungen sei, Massenentlassungen zu vermeiden: "Was wir am Arbeitsmarkt gekonnt haben ist ein Riesenerfolg aller Beteiligten."

Dr. Eduard Kulenkamp machte deutlich, dass die Unternehmen natürlich angesichts eines sich verschärfenden Fachkräftemangels auch ein großes Interesse daran gehabt hätten, bewährte Kräfte in der Krise nicht zu verlieren. "Der Fachkräftemangel ist nur der Vorbote eines allgemeinen Arbeitskräftemangels, auf den wir geradewegs zusteuern." Der Wettbewerb um die besten Köpfe werde zunehmend zu einer Überlebensfrage für die innovativen deutschen Unternehmen werde. Die Stiftung PfalzMetall engagiere sich daher auf verschiedensten Ebenen mit dem Ziel, Interesse für Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu wecken.

Mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung nannte Dr. Kulenkamp die drohenden Staats-Pleiten im Euro-Raum und die Unsicherheiten rund um die Energiepolitik "besorgniserregend". Er begrüßt, dass die Europäische Union Handlungsfähigkeit bewiesen habe: "Das Vertrauen in den Euro ist Dank des beherzten Handelns der europäischen Staats- und Regierungschefs da. Das zeigt auch der aktuelle Kurs des Euro." Nun müsse alles dafür getan werden, dass dies auch so bleibe.

In der Atomfrage kritisierte der PfalzMetall-Präsident die Bundesregierung heftig: "Vor einem Jahr war die Atomkraft sicher und die Laufzeiten sind verlängert worden. Jetzt ist die Atomkraft unsicher und alle AKWs müssen spätestens innerhalb von zehn Jahren abgeschaltet werden. Bei einem von beiden Beschlüssen sind wir ordentlich verschaukelt worden - ich weiß nur nicht bei welchem." Für die Metall- und Elektroindustrie, deren Unternehmen teilweise zu den Spitzen-Stromabnehmern gehören, sei klar: "Wir brauchen Strom der sicher, verlässlich und bezahlbar ist." Niemand wolle unkalkulierbare Risiken bei der Stromproduktion eingehen. Verlässlich müsse die Belieferung der Unternehmen mit Strom ebenfalls sein. Zudem müsste er im europäischen Vergleich zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden.

PfalzMetall-Tag 2011

Rede Dr. Kulenkamp

Rede Dr. Heming