PfalzMetall-Tag 2012

Der PfalzMetall-Tag 2012 fand am 14. Juni statt. Hauptredner war Jürgen Hofrichter von Infratest dimap, Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mbH. Er sprach zum Thema "Welche Zukunft hat der Liberalismus in Deutschland?".

Die Reden finden Sie auch als MP3-Podcast hier zum Download:
Rede Dr. Kulenkamp, Vortrag Jürgen Hofrichter, Preisverleihung der Stiftung PfalzMetall

Dr. Eduard Kulenkamp auf dem PfalzMetall-Tag 2012

"Im Vorjahr war die Wirtschaftslage wieder gut, jetzt ist sie noch gut", sagte Dr. Eduard Kulenkamp auf dem heutigen PfalzMetall-Tag in Neustadt an der Weinstraße. Der Präsident des Verbandes der Pfälzischen Metall- und Elektroindustrie (PfalzMetall) sprach vor 250 Gästen von "gedämpften Erwartungen" für die Branche.


Verunsichernd wirke vor allem die Eurokrise, aber auch steigende Energiekosten. Insgesamt habe die M+E-Industrie mit bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten wieder das Vorkrisenniveau erreicht. "Die Lohnstückkosten und die Erträge in unserer Branche sind indes noch verbesserungsbedürftig", so Kulenkamp.

Die M+E-Industrie in Rheinland-Pfalz habe sich im ersten Quartal deutlich besser entwickelt als im Bundesdurchschnitt. "Dafür war der Einbruch im April aber stärker", sagte Kulenkamp. Eine aktuelle Umfrage unter PfalzMetall-Mitgliedsbetrieben habe ergeben, dass rund 80 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend einschätzen. Und auch in sechs Monaten erwarteten 60 Prozent immer noch gleich gute Geschäfte. So viele Unternehmen planen auch, das gegenwärtige Investitionsniveau zu halten. Der Schwerpunkt liege dabei auf Ersatzinvestitionen. Mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau sei aber nicht mehr zu rechnen.

Die kürzlich vereinbarte Erhöhung der Entgelte in der M+E-Industrie um 4,3 Prozent bezeichnete Kulenkamp als "realistisch". "Auch wenn da ein Schuss Optimismus hineinspielt, der sich erst noch beweisen muss." Die gefundene Lösung zur Übernahme der Ausgebildeten sei praxisnah. "Weniger erfreulich ist der Kompromiss bei der Zeitarbeit. Er verteuert dieses wichtige Instrument, dass unseren Betrieben die nötige Flexibilität sichert." Unverständlich sei, weshalb die IG Metall auch nach der Einigung weiterhin Handlungsbedarf sieht. "Es ist erklärtes Ziel der Gewerkschaft, die Zeitarbeit weiter zurückzudrängen - auch mit Hilfe des Gesetzgebers", sagte Kulenkamp. Damit schade die IG Metall jedoch den Unternehmen und damit den Beschäftigten.

Kulenkamp verteidigte in seiner Rede die arbeitsmarktpolitischen Reformen der damaligen rot-grünen Bundesregierung. "Die Agenda 2010 hat den Abbau der strukturellen Arbeitslosigkeit erst ermöglicht. Ich verstehe nicht, weshalb weite Teile der Politik bei den Arbeitsmarktreformen nun eine Rolle rückwärts planen", sagte Kulenkamp. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer "diffusen Gerechtigkeitsdebatte", die die Perspektiven der Betroffenen konsequent ausblende. "Für geringqualifizierte Arbeitslose sind Tätigkeiten im Niedriglohnbereich und in der Zeitarbeit oftmals der einzige Weg in Arbeit. Fehlende Bildung in der Jugend und frühen Erwachsenenphase lässt sich aber nicht beliebig nachholen", so der PfalzMetall-Präsident.Die Politik sollte daher alles vermeiden, was den Niedriglohnsektor und die Zeitarbeit zurückdränge. "Opfer solch einer Politik sind die Menschen, die nur dort eine Arbeit finden."

Der PfalzMetall-Präsident erinnerte daran, dass in der Wirtschaft das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit gelten müsse. "Nur höhere Leistungen bei höheren Anforderungen erlauben höhere Gehälter." Grundlage für den beruflichen Aufstieg sei deshalb Bildung. "Diese Voraussetzung bringen gerade die meisten Niedriglohnbeschäftigten nicht mit", sagte Kulenkamp. So besäßen mehr als die Hälfte der sogenannten ,HartzIV-Aufstocker' keinen Berufsabschluss. "Diese Menschen dürfen wir nicht von der Teilhabe durch Arbeit ausschließen."

Fotoreihe anlässlich des PfalzMetall-Tages 2012 im Rahmen der Kampagne "Herz der Wirtschaft"

PfalzMetall-Tag 2012

Rede Dr. Kulenkamp PfalzMetall-Tag 2012

Vortrag Jürgen Hofrichter

Preis der Stiftung PfalzMetall 2012

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Die Pressemeldung zum Preis der Stiftung PfalzMetall 2012 finden Sie hier.