Tarifabschluss für M+E-Mitte erzielt: "Der Abschluss ist gut geerdet"

"Das Wichtigste für uns: Der heutige Abschluss bedeutet eine Trendwende. Eine Gesamtbelastung von 2,45 Prozent auf die gesamte Laufzeit beendet die Serie überteuerter Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre", kommentiert Johannes Heger. Der PfalzMetall-Präsident bewertet zudem positiv, dass die Unternehmen mit einer Laufzeit von 21 Monaten Planungssicherheit bis Ende 2017 haben. Des Weiteren sei hilfreich, dass der Abschluss die Möglichkeit eröffnet, die Einmalzahlung nicht zu leisten und die Tariferhöhung zu verschieben. "Wir sind in die Tarifrunde gestartet mit dem Anspruch, dass der Abschluss drei Bedingungen erfüllen muss: nicht mehr so hoch, nicht mehr so kurz, nicht mehr so starr. Alle drei Ziele haben wir prinzipiell erreicht, wenn auch der Abschluss natürlich ein Kompromiss bleibt", so Heger. Der PfalzMetall-Präsident abschließend: "Der Tarifabschluss 2016 ist gut geerdet. Damit stärkt er die Attraktivität des Flächentarifvertrags."

Der Tarifvertrag für die 400.000 Beschäftigten der M+E-Industrie in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland hat im Wesentlichen folgende Inhalte:

1. Entgelt

  • Erhöhung der Entgelte um 2,8 Prozent ab dem 01.07.2016
  • Erhöhung der Entgelte um 2,0 Prozent ab dem 01.04.2017
  • Eine Einmalzahlung von 150 Euro für den Monat Juni nach zwei Leermonaten April und Mai 2016 4.

Die Laufzeit beträgt insgesamt 21 Monate vom 01. April 2016 bis einschließlich Dezember 2017

Differenzierende Wettbewerbskomponente
Für Betriebe, die eine unterdurchschnittliche Ertragslage aufweisen, können die Tarifvertragsparteien
- die für den Monat Juni 2016 gewährte Einmalzahlung auf Null abbedingen oder verschieben und
- die Tariferhöhungen der zweiten Stufe um drei Monate verschieben.

Die Entscheidung, ob und wie ein Betrieb diese Wettbewerbskomponente nutzen kann, wird vor Ort vereinbart. Die Tarifvertragsparteien müssen binnen eines Monats eine Entscheidung herbeiführen.