Jonas Bleich, Johannes Heger, Präsident der Stiftung PfalzMetall und Maximilian Kerner (v. r.). Bild: PfalzMetall
Jonas Bleich, Johannes Heger, Präsident der Stiftung PfalzMetall und Maximilian Kerner (v. r.). Bild: PfalzMetall

Jonas Bleich aus Lingenfeld und Maximilian Kerner aus Kaiserslautern sind für ihre herausragenden Studienleistungen von der Stiftung PfalzMetall geehrt worden. Die Stiftung vergibt diesen Preis jährlich an Absolventen der Technischen Universität Kaiserslautern in den Fachrichtungen „Maschinenbau und Verfahrenstechnik“ sowie „Elektro- und Informationstechnik“. Der Preis ist mit je 2500 Euro dotiert.

„Die beiden Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie engagiert, motiviert und innovativ unser Ingenieurnachwuchs ist. Für ihre Abschlussarbeiten nutzten die beiden Absolventen sowohl empirische Methoden als auch neueste theoretische Modelle und Ansätze. Dabei beschäftigten sich die Preisträger mit gesellschaftlich hoch relevanten Fragen: Im einen Fall mit der Reduktion von Feinstaub-Emissionen, im anderen mit der möglichst effizienten Nutzung unserer Wasser- und Energiesysteme. Das macht sie zu würdigen Preisträgern. Beruflich wie privat wünschen wir Herrn Bleich und Herrn Kerner alles Gute, vor allem weiterhin viel Neugier und Wissensdurst,“ sagte PfalzMetall-Präsident Johannes Heger bei der Übergabe der Urkunden.

Jonas Bleich hat in seiner Masterarbeit in Elektrotechnik Regelungssysteme untersucht, die der Steuerung von lokalen Wasser- und Stromnetzen dienen. Der gebürtige Speyrer konnte zeigen, dass eine sogenannte „verteilte“, also dezentrale Regelung, einer zentralen Steuerung überlegen ist. Dazu unterteilte Bleich beide Systeme in Teilsysteme, die nur an besonders kritischen Punkten miteinander kommunizieren. Der Clou: Durch Kombination beider Regelungssystem können Stadtwerke sowohl die Energieeffizienz ihrer Stromnetze („SmartGrid“) als auch ihrer Wassernetze („SmartWater“) deutlich erhöhen. Die Wasserreservoire zu Sicherstellung der Trinkwasserversorgung werden so zu temporären Energiespeichern. Für seine Arbeit hat der Preisträger mit dem Pumpenhersteller KSB und mit den Stadtwerken Kaiserslautern kooperiert. Diese Zusammenarbeit unterstreicht die Qualität und Praxisrelevanz der Arbeit.

Maximilian Kerner beschäftigte sich in seiner Masterarbeit mit der Frage, wie Mikrofaservliese elektrostatisch ausgerüstet werden sollten, um möglichst viele Feinstaubpartikel abzuscheiden. Die festen oder flüssigen Staubteilchen entstehen beispielsweise bei Verbrennungsprozessen oder in Industrieanlagen. Elektrostatisch ausgerüstete Mikrofaservliese sind durch die elektrostatische Ladung sehr gut dafür geeignet, Staubpartikel zu binden und entsprechende Emissionen zu reduzieren. Kerner hat konkret untersucht, wie die elektrostatische Ladung zu optimieren ist, sodass die Mikrofaservliese möglichst viele Staubteilchen abscheiden. Dazu nutzte er sowohl eine 3D-Simulationsmethode als auch empirische Modelle. Zur Überprüfung der beiden Methoden führte der gebürtige Annweilrer ebenfalls Experimente durch. Im Ergebnis konnte Kerner zeigen, dass die 3D-Simulation sehr gut dazu geeignet ist, elektrostatisch ausgerüstete Mikrofaservliese für die verschiedensten Anwendungen zu optimieren. Die empirischen Modelle hingegen stießen an ihre Grenzen. Die Erkenntnisse sind so gewinnbringend, dass der Preisträger dazu bereits in der angesehenen Fachzeitschrift „Journal of Aerosol Science“ veröffentlichen konnte.

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