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M+E-Zeitung Ausgabe 02/2026

Autorenbild: Jochen Rinck
Jochen Rinck
vor 15 Stunden
1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 11 Minuten

Streiks machen die Lage auch nicht besser!

Keine Spur von Erholung: Seit Jahres­be­ginn ist die Produk­tion in der Metall- und Elektroindustrie nochmal um 2,6 Prozent gesunken. Im Vergleich zu 2018 beträgt das Minus 15 Prozent. Auch die Erwar­tungen vieler Unter­nehmen sind düster. Und der Ernst der Lage ist vieler­orts sichtbar: 350.000 Stellen sind schon weg. Ange­sichts der Produk­ti­ons­ein­brüche und einer anhaltend schlechten Auslas­tung hat M+E einen rech­ne­ri­schen Überhang von 300.000 Beschäf­tigten. Mitten in dieser Krise laufen die Tarif­ver­hand­lungen.

Klar ist: Gewerk­schaft und Arbeit­geber stehen in der Verant­wor­tung, Produk­tion und Arbeits­plätze in Deutschland zu sichern. Das wird nicht mit Streiks gelingen. Sondern nur, wenn die Tarif­par­teien ehrlich über die Probleme am Standort sprechen: Die Unter­nehmen ächzen unter den Kosten. Energie und Büro­kratie sind zu teuer, die Steuern zu hoch. Und ja, auch die Arbeits­kosten belasten unsere Wett­be­werbs­fä­hig­keit erheblich: Im Durch­schnitt der M+E-Industrie machen sie 29 Prozent der Kosten für Unter­nehmen aus, im Mittel­stand sind es bis zu 57 Prozent!

Streiks mögen die Produk­tion stoppen. Aber sie ändern nichts an unserem Kosten­nach­teil. Dafür braucht es die gemein­same Anstren­gung der M+E-Tarif­par­teien. Denn moti­vierte Beschäf­tigte, inno­va­tive Tech­no­lo­gien und enga­gierte Unter­nehmer genügen nicht, wenn die Arbeits­stunde bei uns inzwi­schen 55,07 Euro kostet – und in Polen 18,16 Euro. Wir müssen Lösungen finden, die die Kosten senken und den Standort retten. Am Verhand­lungs­tisch statt auf den Barri­kaden. Mehr zu den wich­tigsten Themen in dieser M+E-Zeitung.


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