M+E-Zeitung Ausgabe 02/2026

Aktualisiert: vor 11 Minuten
Streiks machen die Lage auch nicht besser!
Keine Spur von Erholung: Seit Jahresbeginn ist die Produktion in der Metall- und Elektroindustrie nochmal um 2,6 Prozent gesunken. Im Vergleich zu 2018 beträgt das Minus 15 Prozent. Auch die Erwartungen vieler Unternehmen sind düster. Und der Ernst der Lage ist vielerorts sichtbar: 350.000 Stellen sind schon weg. Angesichts der Produktionseinbrüche und einer anhaltend schlechten Auslastung hat M+E einen rechnerischen Überhang von 300.000 Beschäftigten. Mitten in dieser Krise laufen die Tarifverhandlungen.
Klar ist: Gewerkschaft und Arbeitgeber stehen in der Verantwortung, Produktion und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Das wird nicht mit Streiks gelingen. Sondern nur, wenn die Tarifparteien ehrlich über die Probleme am Standort sprechen: Die Unternehmen ächzen unter den Kosten. Energie und Bürokratie sind zu teuer, die Steuern zu hoch. Und ja, auch die Arbeitskosten belasten unsere Wettbewerbsfähigkeit erheblich: Im Durchschnitt der M+E-Industrie machen sie 29 Prozent der Kosten für Unternehmen aus, im Mittelstand sind es bis zu 57 Prozent!
Streiks mögen die Produktion stoppen. Aber sie ändern nichts an unserem Kostennachteil. Dafür braucht es die gemeinsame Anstrengung der M+E-Tarifparteien. Denn motivierte Beschäftigte, innovative Technologien und engagierte Unternehmer genügen nicht, wenn die Arbeitsstunde bei uns inzwischen 55,07 Euro kostet – und in Polen 18,16 Euro. Wir müssen Lösungen finden, die die Kosten senken und den Standort retten. Am Verhandlungstisch statt auf den Barrikaden. Mehr zu den wichtigsten Themen in dieser M+E-Zeitung.




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