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Tarifinfo Nr. 04 / ME-Tarifrunde 2026

Autorenbild: Jochen Rinck
Jochen Rinck
9. Okt.
2 Min. Lesezeit

 1. Verhandlung M+E MITTE mit der IG Metall Bezirk Mitte


Heute fand die erste Tarifverhandlung der Tarifrunde 2026 für M+E MITTE mit den großen Verhandlungskommissionen in Frankfurt statt. Die Verhandlungsgemeinschaft M+E MITTE – bestehend aus den Tarifgebieten Hessen, Rheinland-Rheinhessen, Pfalz und Saarland – verhandelte unter Führung unseres Verhandlungsführers Ralph Wangemann mit der IG Metall Bezirk Mitte unter Führung ihres Bezirksleiters Jörg Köhlinger. PfalzMetall war durch den Präsidenten Dr. Christian Kauth und den Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke vertreten.


Die IG Metall begründete ihre Forderung nach einer Entgelterhöhung für Beschäftigte und Auszubildende um 5 % für 12 Monate damit, dass eine deutliche Entgeltsteigerung notwendig sei, um die Folgen der Preissteigerungen, vor allem an den Tankstellen, für die Beschäftigten abzumildern. Auch solle die Binnenkonjunktur mit der Entgelterhöhung angekurbelt werden. Herr Köhlinger merkte an, dass viele Unternehmen vor immensen strukturellen Herausforderungen stehen. Es gebe jedoch auch etliche Unternehmen, die sehr gute Gewinne erzielen würden. Alle diese Umstände habe die IG Metall berücksichtigt und daher eine aus ihrer Sicht moderate Forderung erhoben.


Neben der Forderung nach einer Entgelterhöhung wolle die IG Metall in der Tarifrunde 2026 auch über die Absicherung der Arbeitsplätze und Standorte und über Zukunft und Beschäftigung in der Metall- und Elektroindustrie sprechen. Weiterhin solle eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte und Auszubildende in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage erreicht werden. Das Ergebnis der Tarifbewegung solle schließlich auch eine soziale Komponente zur Besserstellung unterer Entgeltgruppen beinhalten.


M+E MITTE-Verhandlungsführer Ralph Wangemann erläuterte in seiner Antwort, dass sich die Metall- und Elektroindustrie in ihrer schwersten Strukturkrise befinde, die sie jemals zu bewältigen gehabt habe. Die Forderung der IG Metall verkenne die wirtschaftlichen Gegebenheiten und sei daher völlig unrealistisch.


Die Produktion sei im Vergleich zu 2018 um 15% niedriger und habe im Zeitraum Januar bis Juli 2026 rund 2,6% unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gelegen, womit sich das dritte Rezessionsjahr in Folge abzeichne. Die Auslastung der Kapazitäten betrage im Schnitt 79%, wobei wirtschaftlich notwendig eine Auslastung von 85% sei; diese Unterauslastung halte schon seit drei Jahren an.


Herr Wangemann führte weiter aus, dass die M+E-Industrie sich in einer dramatischen Phase der De-Industrialisierung befinde - nun wolle die IG Metall die Kosten noch weiter kräftig erhöhen, obwohl die Durchschnittsverdienste seit 2018 um mehr als 20% gestiegen seien. Aktuell gingen bereits in der deutschen M+E-Industrie jeden Monat 10.000 Arbeitsplätze verloren. In den Bundesländern von M+E MITTE sei die Zahl der Beschäftigten in der M+E-Industrie schon um 60.000 von noch 410.000 Beschäftigten im Jahr 2018 auf aktuell gut 350.000 Beschäftigte zurückgegangen.


Herr Wangemann ergänzte, dass Investitionen derzeit vor allem im Ausland getätigt und die hohen Arbeitskosten als wesentlicher Grund dafür benannt würden.


Vor diesem Hintergrund gelte es die Stellschraube, die die Tarifpartner selbständig in der Hand hätten, zu nutzen und die Kosten nicht weiter zu erhöhen, um der De-Industrialisierung entgegenzuwirken. Es brauche eine Tarifpolitik, die die Kosten senkt und den Standort rettet. Abgelehnt werde vor diesem Hintergrund auch eine tarifliche Gewinnbeteiligung, die von den Mitgliedsunternehmen als Strafabgabe und Sonderopfer verstanden werde.


In der anschließenden Diskussion wurde vor allen Dingen deutlich, dass die IG Metall die Bedeutung der Arbeitskosten für die Frage, wo ein Unternehmen Investitionen tätigt, völlig anders bewertet als die Arbeitgeberseite.


Die Verhandlung wurde nach gut zwei Stunden vertagt.


Die nächste Verhandlung wird am 28. Oktober 2026 stattfinden.


Beigefügt finden Sie unsere Pressemitteilung vom heutigen Tag.


Anlage:


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